Soziales / Gesellschaft

© flickr.com Eva-Maria Voigtel
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18.02.2019 - ad

Kindesschutz, das neue Geschäftsmodell

Sozialdienste und Gerichte beauftragen zunehmend private Firmen mit der Abklärung von schwierigen familiären Situationen. Hier fehlt es aber gänzlich an Erfahrung, Qualität, Kontrolle und Kompetenz.

 

Nur, weil man etwas studiert hat und sich daraufhin selbständig macht, bedeutet das nicht, dass man auch in der Lage ist, in den schwierigen Familienfragen, richtig zu agieren, zu reagieren. Die Praxis zeigt, dass Betroffene (vorwiegend junge Beraterinnen und Berater) sehr schnell überfordert sind. Daraus kann man ihnen noch keinen Vorwurf machen, da sie über keinerlei Erfahrungen verfügen. Weder haben sie in den meisten Fällen selber Kinder, noch verfügen Sie über die notwendige Lebenserfahrung. Ein Familienleben lässt sich nie nur theoretisch abhandeln. Es braucht Empathie, Verständnis und vor allem auch Zeit. Unabhängig davon werden überdurchschnittlich viele Fehlentscheide (Empfehlungen) getroffen, die dann extreme Eingriffe in das Familienleben bedeuten können (Fremdplatzierung, Heim usw.). Jährlich werden Hunderte von Kindern in Pflegefamilien platziert, weil ihre leiblichen Eltern mit der Erziehung nicht klarkommen.

 

Jeder zehnte Kesb-Fall ist eine Fremdplatzierung.

In der Schweiz haben die Kinderschutzmassnahmen im letzten Jahr zugenommen. Die Kesb (und alle privaten Mandatsträger und Beistände) betreibt also ein modernes Verdingkindwesen. Ausserdem werden die Familien(mitglieder) in eine finanzielle Abwärtsspirale gedrängt, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen können. Es wird also nur vordergründig geholfen, in Tat und Wahrheit wird hier aber nur ein gut funktionierendes Finanzsystem ausgenutzt.

Mehr als nur ein Grund zur Besorgnis.


18.02.2019 - lt

Hört hin, wie die Rechten reden.

Um sich wirksam "gegen die rechte Mobilisierung zu stemmen", sei es "erforderlich, genau zu verstehen, wie rechtspopulistische Strategien funktionieren" (18), schreibt Franziska Schutzbach in der Einleitung ihres Buches "Die Rhetorik der Rechten" [1], welches aus ebendiesem Grunde geschrieben worden sei: Einen Einblick in rechtspopulistische Diskursstrategien zu vermitteln und mögliche Gegenstrategien vorzustellen.

 

Hierzu identifiziert Schutzbach, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, zwanzig solcher Strategien, wovon die einen eher inhaltlicher Natur sind, andere hingegen sich vornehmlich durch stilistische Besonderheiten auszeichnen. Um diese Parameter als rechtspopulistische auszuweisen, muss freilich vorgängig erst geklärt werden, was Rechtspopulismus denn überhaupt sei. Hierbei nimmt Schutzbach die in der Forschung bestehenden definitorischen Unschärfen nicht nur in Kauf, sondern findet den Begriff "gerade deshalb sinnvoll, weil er etwas beschreibt, das schwer greifbar, wandlungsfähig und schillernd ist." (21) Zudem würden rechtspopulistische Strategien zuweilen auch von anderen politischen oder gesellschaftlichen Lagern verwendet, nicht zuletzt sogar vom Linkspopulismus. Diese Hinweise werden den meisten Leserinnen und Leser zunächst allerdings nur bedingt hilfreich erscheinen.

 

Es wird in der Folge aber wenigstens dies deutlich: Rechtspopulismus heisst eben diejenige Form politischer Agitation, die sich unablässig der im Buch vorgestellten Redestrategien bedient, um ihrer auf Feindbilderproduktion und Provokation bauende Protestpolitik Resonanz zu verschaffen und sich Deutungshoheiten im politischen Diskurs zu sichern. Man erkennt diese Kommunikationsmuster auch sofort als ebendie rhetorischen Mittel und argumentativen Vorgehensweisen jener Politikerinnen und Politiker, die man selbst auch ohne Kenntnis einer präziseren Definition intuitiv dem amorphen Phänomen Rechtspopulismus zuordnen würde. Ausserdem gibt es in der Schweiz ja auch nur eine Partei, die man wohl ohne lange zu überlegen gleich als Ganze und ziemlich zielsicher in diese Schublade zu stecken dürfen glaubt: die SVP. Und diese SVP steht, nebst der AfD, denn auch klar im Fokus der Betrachtungen in diesem Buch. Schutzbach verweist zudem hinsichtlich der SVP nicht nur auf deren clever gespielte Doppelrolle als Oppositions- und als Regierungspartei, sondern hebt auch hervor, wie diese von der ehemals rechtskonservativen seit den Neunzigerjahren zur immer lauter schreienden und stets lustvoll provozierenden rechtspopulistisch gewordenen Partei geradezu zum Vorbild von ausländischen Parteien wie der deutschen AfD, dem französischen Front National oder den Schwedendemokraten wurde. Und dass der Erfolg der SVP nicht zuletzt darauf basiere, dass die Partei es verstehen würde, sich geschickt einerseits augenscheinlich dem Populismus hinzuwenden und sich gleichzeitig dennoch weiterhin glaubhaft als bürgerlichen Traditionspartei zu positionieren.

 

Unter den im Buch erwähnten Strategien erkennt man nicht wenige denn auch sogleich als solche, die schon gerade als typisch für die politische Kommunikation der SVP gelten:

 

Die Rede vom "'Volk' gegen 'die Eliten'", die stete "Erweiterung des Sagbaren" (> Provokation mit skandalträchtigen Begriffen), die "Macht, Themen zu setzen", die "Forderung nach der 'wahren' Demokratie'", der unverhohlene "Antiparlamentarismus", der Kampf "gegen 'Minderheitenterror' und Political Corectness" aber auch den energischen "Antifeminismus und Anti-Gender" sowie einer (partiellen) "Wissenschaftsfeindlichkeit", die zuweilen verschwörungstheoretische Zügen annehmen kann, wie z. B. in der aktuellen Klimaschutzdebatte zu beobachten ist.

 

Andere von Schutzbach aufgeführte Konzepte hingegen, wie z. B. die "Positionierung als seriöser Diskurspartner" oder die "Forderung nach (medialer) Meinungsvielfalt" sind hingegen nicht gleich als spezifisch rechte "Strategien" erkennbar, denn jeder, der in eine Diskussion geht, wird sich als seriöser Diskussionspartner zu positionieren suchen und was an der Forderung nach medialer Meinungsvielfalt falsch oder zumindest rechtspopulistisch sein soll, erschliesst sich einem auch nicht auf den ersten Blick (etwas später im Text wird es dann aber deutlicher). Und zu guter Letzt sind ein Setzen auf "Emotionen statt [auf] Argumente" sowie die exzessive Pflege einer "Rhetorik der Angst" (bzw. eine Rhetorik, die Angst schürt) Vorgehensweisen, deren sich ja gerade auch die Linke gerne bedient; auch das volkswirksame Elite-Bashing ist ebenfalls keine nur von den Rechten angewandte Strategie.

 

Nach einer einleitenden kurzen und stichwortartigen Vorstellung dieser zwanzig Kommunikationsmuster bespricht Schutzbach im Hauptteil des Buches dann jedes einzelne etwas eingehender und veranschaulicht dessen Anwendung sowie zuweilen auch die erzielte Wirkung anhand von Beispielen vor allem aus Deutschland und aus der Schweiz; da und dort wird auch Illustrationsmaterial aus Amerika herangeführt. Ein wichtiger Punkt, den Schutzbach dabei noch ins Licht hebt, ist der, dass es sich bei gewissen Vorgehensweisen um programmatische Strategien von Parteien oder Agenturen handelt, die in diversen Strategiepapieren auch tatsächlich nachzulesen sind.

 

Als nicht unmassgeblichen Akteur bei der Schaffung eines Resonanzraums für rechtspopulistische Agitation und der Salonfähigmachung bislang tabuisierter Begriffe und Redeweisen nimmt Schutzbach sodann aber die Medien streng in die Pflicht. Denn durch die unreflektierte Übernahme von Begriffen wie z. B. "Asyltourismus", Flüchtlingsfluten" etc. hätten die Medien massgeblich dafür gesorgt, dass diese skandalträchtigen Wörter und die mit ihnen verbundenen Vorurteile und Diskriminierungen gewissermassen 'normalisiert' wurden und ebenso unreflektiert in den Alltagsdiskurs eingedrungen seien. Schutzbachs Forderung, dass Medien gewisse Leute gar nicht zu Wort lassen oder gewisse Aussagen nicht publizieren sollten, ist natürlich sehr provokant und wird auch dementsprechend kontrovers diskutiert.

 

Das im Schlusskapitel präsentierte Angebot mit den Gegenstrategien ist dann allerdings eher mager, jedoch hat Schutzbach bereits in der Einleitung darauf hingewiesen, dass der Schwerpunkt auf "der Durchleuchtung der rechtspopulistischen Diskursstrategien" (15) läge und sich für die Frage, wie man sich dagegen wehren solle, keine allgemeingültigen Rezepte formulieren liessen. Es müsse eh jeweils situativ darüber nachgedacht werden, wie diskriminierender oder demokratiefeindlicher Rede jeweils wirksam begegnet werden könne. Entscheidend bleibt die Tatsache, dass man dagegenhalte und dafür sorge, "dass rechte Positionen nicht unwidersprochen im Raum stehen" (119) blieben. Doch – und hier bezieht sich Schutzbach auf eigene Erfahrungen – sei es durchaus legitim, sich auch mal "aus Gesprächen zurückzuziehen und die eigenen Energien zu schonen" (120). Schutzbach selbst nahm für sich erst kürzlich in Anspruch, ein zunächst zugesagtes Interview nach Durchsicht des Fragekatalogs wieder abzusagen, weil sie darin zu viele Suggestivfragen ausmachte. [4]

 

Zuweilen hat man bei der Lektüre den Eindruck, dass die Autorin eher etwas bauchgefühlig denn sachlich-nüchtern argumentiert und man mag vielleicht da und dort etwas die wissenschaftliche Objektivität vermissen. Und die wissenschaftliche Umsicht: Auch wenn Schutzbach das Phänomen vornehmlich aus soziologischer Perspektive betrachtet, so wäre doch zu erwarten gewesen – schliesslich handelt es sich ja um die Betrachtung der Rhetorik einer politischen Gruppe -, dass sie hierzu auch auf die sprachwissenschaftliche Forschung rekurriert, die ja in dieser Hinsicht bereits einiges geleistet hat. Zu erwähnen wären insbesondere die Arbeiten der Lakoff-Schülerin Elisabeth Wehling [2] oder auch die jüngsten Publikationen zur Frage, ob man mit den Rechten überhaupt reden oder wie man mit der Ausweitung der Grenzen des Sagbaren umgehen soll. [3]

 

Ein Gewinn ist es hingegen sicherlich, dass Schutzbachs eigenes wissenschaftliche Hauptbetätigungsfeld die Genderforschung ist, was sie in besonderem Masse auch dafür sensibilisiert, in der rechtspopulistischen Rede nicht nur die offensichtliche Ablehnung von Emanzipationsbewegungen wie der LGBTIQ-Community, sondern auch eine stete subtile Diskriminierung der Frauen (z. B. im Bestreben, das traditionelle Rollenbild zu erhalten) wahrzunehmen. Wobei, auch dies eine schöne Beobachtung Schutzbachs, die Rechten hinsichtlich ihres Geschechterrollenverständnis sich auch gerne mal modern geben, wenn es ihnen dazu dient, die eigene Kultur gegenüber sogenannten rückständigen Kulturen wie z.B. den Islam zu nobilitieren (dies wäre die Strategie Nr. 19, der "Gleichstellungsnationalismus").

 

So weit, so interessant.

Doch warum überhaupt dieses Buch? Warum muss vor der Rhetorik der Rechten überhaupt gewarnt werden, was ist an ihr so gefährlich? Laut Schutzbach muss sie deshalb genau betrachtet werden, weil diese Rhetorik darauf angelegt sei, "extreme Positionen zu verschleiern" und die nicht selten sehr recht angesiedelten Ideen der Rechtspopulisten als vereinbar mit jenen der liberalen Mitte darzustellen sowie auch deswegen, weil mit diesem Reden "demokratische Errungenschaften wie Antidiskriminierung, Gleichstellung oder sogar Menschenrechte gezielt abgewertet und als angeblicher Minderheitenterror verteufelt" (Umschlagtext) würden. Nicht zuletzt handele es sich um eine Rhetorik, die dem Schüren von Angst und Ressentiments diene, um die Gesellschaft zu spalten in ein "Wir" (quasi das 'richtige' "Volch") und ein "Die", also jene, die entweder der verhassten Elite oder der Gruppe der kulturell nicht Autochthonen angehören oder zu jenen Bürgerinnen und Bürgern, die zwar den richtigen Pass, aber die falsche politische Gesinnung und eine unrichtige Vorstellung von Demokratie besässen; Leute aus dieser Gruppe werden von den Rechten nicht selten auch unzimperlich "Landesverräter" genannt. Mittels dieser Strategien ist es zum Beispiel der SVP in den letzten Jahren immer wieder gelungen, im Namen der "wahren" Demokratie erfolgreich geradezu demokratiefeindliche Initiativen zu lancieren.

 

Lohnt sich die Lektüre des Büchleins? Ja, denn es vermag tatsächlich den Blick zu schärfen für jene Redeweisen und Haltungen im politischen Diskurs, die weniger darauf aus sind, die Probleme sachlich zu lösen als vielmehr darauf, sie politisch erfolgreich zu bewirtschaften und die dazu dienen, irrationale Ängste, ja gar Hass zu schüren und die zwecks Provokationslust unsägliches Sprachmaterial ins Feld unreflektierter Sagbarkeit hineinholen, dass es jedem grausen muss, der sich vorstellen kann, dass die Art und Weise, wie wir sprechen nicht ohne Einfluss auf die Art und Weise des Denkens und letztendlich auf die Art und Weise des Handelns bleiben wird.

 

[1] Franziska Schutzbach (2018). Die Rhetorik der Rechten. Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick. Xanthippe Verlag, Zürich.

[2] Z.B.: Elisabeth Wehling (2016). Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Herbert von Halem Verlag, Köln

Sehr empfehlenswert: George Lakoff, Elisabeth Wehling (2008). Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht. Carl-Auer-Systeme Verlag, Heidelberg

[3] Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn (2017). Mit Rechten reden. Ein Leitfaden. Klett-Cotta, Stuttgart

[4] https://primenews.ch/news/2018/12/kleinliche-suggestivfragen-franziska-schutzbach-sagt-interview-ab


16.02.2019 - jp

Resilienz - Immunsystem der Seele

Krisen gehören zum Leben und es bleibt wohl niemand davon verschont. Menschen reagieren unterschiedlich auf Krisen und traumatische Erlebnisse. Wenn zwei Menschen dasselbe durchmachen, kann der eine daran fast zerbrechen und der andere gestärkt daraus hervorgehen. Der Fachbegriff Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit und die Kunst grosse Krisen zu überstehen. Auf Hawaii wurden dazu Forschungen durchgeführt. Eine Langzeitstudie untersuchte während 40 Jahren, welche Auswirkungen schwierige Startchancen auf das spätere Leben haben. Dabei stellte sich heraus, dass etwa ein Drittel der untersuchten Personen trotz ungünstiger Kindheitsbedingungen ziemlich gut zurecht kam. Dies deutete darauf hin, dass diese Kinder wohl mit einem besonderen Schutzmechanismus ausgerüstet waren, welcher teilweise in der Persönlichkeit gründete, aber auch von der Umwelt mitgeprägt wurde. Es stellt sich die interessante Frage, welche Eigenschaften Menschen in der Regel haben, die über ein hohes Mass an Resilienz verfügen. Der Glaube an der Wirksamkeit ihrer Handlungen ist bei diesen Menschen gross. Ihren Selbstwert verknüpfen sie nicht mit ihren Erfolgen und sie setzen sich realistische Ziele. Sie bleiben nie in der Opferrolle und zeigen rasch ein aktives Verhalten, sind optimistisch. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Resilienz nicht heisst, dass man nicht verwundbar ist. Betroffene Menschen können einschätzen, wann sie Hilfe von aussen brauchen und nehmen diese auch in Anspruch. Kann man dieses „Immunsystem der Seele“ denn auch stärken und fördern? Ist Resilienz erlernbar? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Als Eltern und Erzieher können wir aber gute Voraussetzungen schaffen, damit unsere Kinder diese schützende Eigenschaft bereits früh gut entwickeln können. Wenn Kinder darin gefördert werden, in ihre Fähigkeiten zu vertrauen; durch kontinuierliche Zuwendung, angemessene Bedürfniserfüllung und das Zutrauen der Eltern, wird sein Selbstwertgefühl gestärkt und die Ressourcen für spätere Krisen werden geschaffen. Kinder, denen nicht alles erspart wird, die aber Herausforderungen selbständig meistern, erlangen die Fähigkeit zur Resilienz. Die Kinder werden dabei nie allein gelassen, sondern stets nach ihren Bedürfnissen begleitet. Dies hilft ihnen, auch aus Niederlagen gestärkt hervorzugehen; unterstützt und begleitet lernen sie auch mit dem Gefühl des Versagens umzugehen. Es versteht sich von selbst, dass Eltern, die die Fähigkeit zu Resilienz besitzen, diese auch leichter an ihre Kinder weitergeben können. Auch Erwachsene können sie noch lernen, in speziellen Trainings und Kursen, wo es vor allem darum geht, seine eigenen Stärken besser zu erkennen.


15.02.2019 - jp

Was ist dein Hobby?

In unserer Gesellschaft wird die Tatsache, (viele) Hobbys zu haben, eindeutig als Tugend gewertet. Der Modebegriff „hobbylos“ hingegen bezeichnet Menschen, die diese Tugend nicht aufweisen und hat den bitteren Beigeschmack eines leisen Vorwurfs. Was sind denn Hobbys überhaupt und was macht sie in den Augen vieler so erstrebenswert? Was verraten sie über uns? Gemäss Duden versteht man unter Hobby „eine als Ausgleich zur täglichen Arbeit gewählte Beschäftigung, mit der jemand seine Freizeit ausfüllt und die er mit einem gewissen Eifer betreibt.“ Hobbys sind in diesem Sinne eine Art leichte Version unserer Leidenschaften und sollen uns beim Wiederaufladen unserer Energie unterstützen. So gesehen hat natürlich auch die Gesellschaft Interesse daran, dass wir Hobbys haben; sie sollen uns ja wieder funktionstüchtig machen. Natürlich lächelt auch die Wirtschaft verschmitzt; schliesslich ist der mit den Hobbys einhergehende Konsumanreiz nicht zu verschmähen. Hobbys haben unbestritten sehr viele positive Aspekte, die hier gar nicht untergraben werden sollen. Doch auch die Frage, wie es denn bei unseren Hobbys mit der Leidenschaft steht, hat ihre Berechtigung. Es scheint, als ob Hobbys für viele eher Zeitvertreib und Ablenkung bedeuten und kaum den tatsächlichen Fähigkeiten und Talenten gerecht werden, die in uns schlummern. Es ist natürlich Tatsache, dass wir nur wenig Zeit zur Verfügung haben, um der eigenen Leidenschaft nachzugehen. Demzufolge dürfen Hobbys heutzutage oft weder grossartige Mühen noch zu viel Konzentration erfordern; sie sollen schnellen und raschen Erfolg bringen. Die Zeit reicht nicht für viel Hingabe. Es gelingt auch nur sehr wenigen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Unsere Arbeitszeit füllt einen grossen Teil unseres Lebens und unsere inneren Leidenschaften müssen in Hobbys Platz haben, die die verbleibende Zeit auch zulässt. Oft füllen wir diese dann auch wahllos und in Form von blosser Ablenkung und sind weit davon entfernt, unserer Leidenschaft zu folgen und uns selber zu verwirklichen. Ein Hobby kann man haben, leidenschaftlich kann man sein. Erich Fromms Haben-und-Sein-Gegenüberstellung kommt deutlich zum Ausdruck.


15.02.2019 - ws

Kybalion

Kybalion ist ein Buch, welches ich NOCH nicht gelesen habe. Der Inhalt besteht nach Wikipedia aus 7 Prinzipien. Diese Prinzipien habe ich alle aus anderen Büchern verstanden. Wenn ich 7 Prinzipien in die Welt setzten dürfte, wären dies folgende: 1. Hört auf in die Röhre zu glotzen und bildet euch weiter und zwar im Bereich Naturgesetze. Es reicht, wenn ihr versteht, dass alles Energie ist und was es damit auf sich hat. 2. Lasst jegliche Religion fallen und findet euren eigenen Glauben. Gott würfelt nicht und wertet nicht, ihr seid eure eigenen Schöpfer. 3. Gebt euch einen Wert. Wenn ihr das tut, werdet ihr nicht mehr falsche Entscheidungen treffen und man kann euch nicht mehr verletzen. 4. Versteht, dass das Wort Gesundheit nicht nur mit eurem Körper zu tun hat, sondern auch mit eurem Geist. Ernährung ist das Eine, aber das Andere ist, wie ihr über Dinge und Situationen denkt. Vermeidet Stress und Druck und habt Vertrauen in euer Selbst. 5. Wehrt euch. Ihr seid keine Marionetten, sondern ein individuelles eigenständiges Wesen. Wenn etwas nicht lebensrichtig ist, dann geht auf die Strasse und wehrt euch dagegen. Die Welt muss in Harmonie kommen und die Entscheidungsträger dieser Welt sind alles andere als in Harmonie, weder mit sich selbst noch mit der ganzen Umwelt. 6. Liebt einander. Liebe heisst nicht heiraten und sich ein Leben lang treu sein. Wenn ihr etwas nicht lieben könnt, dann wünscht dem Menschen oder der Situation einfach Frieden. Die Welt ist dual, ohne Leid kann man die Erfahrung von Liebe und Freude nicht fühlen. Versucht die Emotionen zu verstehen und eine Mitte herzustellen, so werdet ihr weder von einem Tief noch von einem Hoch überrumpelt. 7. Seid kreativ. Kreativität ist nicht für Künstler jeglicher Art reserviert. Wenn ihr alles im Tun und Denken mit Kreativität verbindet, dann erschafft ihr Freude, Liebe und Glück, und wenn man die Mutter Erde fragen würde, was sie sich wünscht, dann wäre genau das die Antwort.


14.02.2019 - jp

Runter vom Gas!

Immer mehr Menschen verspüren Sehnsucht nach mehr „Langsamkeit“; Entschleunigung und Minimalismus sind Begriffe, die immer öfter zu lesen oder zu hören sind. Längst bestimmt nicht mehr die Natur unseren Rhythmus. Die Maxime des modernen Lebens „schneller, weiter, höher“, scheint langsam zu kränkeln und Stress wird zur Volkskrankheit. Die digitale Revolution erhöht das Tempo noch einmal. Warum darauf verzichten, wenn wir doch so viele Dinge miteinander erledigen können? Ökonomische Zwänge geben den Takt an. Immer häufiger suchen Menschen jedoch Wege, um dem Rhythmus standzuhalten: Auszeit im Kloster oder auf der Alp, Yogakurse, Meditationen u.v.m. Im „Schuss sein“, kommt langsam, aber sicher etwas aus der Mode. Die Sehnsucht nach „langsam“ scheint real zu sein. Birgt Entschleunigung (Bestreben, sinnloser Hast und Hektik im Alltag entgegenzuwirken) vielleicht neuen Wohlstand? Auch Familien sehnen sich vermehrt nach einem langsameren Tempo. So sind Eltern oft im Dauerfokus der Stressforscher und der Wunsch nach mehr Gelassenheit erscheint ganz oben auf der Wunschliste. Doch wie kommen wir in der Familie zur ersehnten Entschleunigung und zu mehr Gelassenheit? Was sehr einfach tönt, ist bestimmt nicht auf Knopfdruck zu erreichen. Ein erster Schritt kann sein, uns wieder mehr auf das Wesentliche zu besinnen. Dies kann heissen, die Zeit als „Wohlstand“ zu sehen und ihr einen wichtigen Platz zu geben. Wenn wir sie gewähren lassen, sind unsere Kinder dabei perfekte Vorbilder. Sie widmen sich bewusst dem Jetzt, nehmen wahr, wo wir Erwachsenen „erledigen“. Sie fordern Zeit von uns, Achtsamkeit und Liebe. Klar, lebt man nicht nur von Luft und Liebe und ohne Arbeit geht es nicht. Umso wichtiger ist es, sich als Eltern und Familien kleine Inseln zu schaffen, um Kraft zu tanken, Unterstützung annehmen, Abstriche in Ansprüchen im Haushalt oder den Hobbys machen und einfach „unverplante“ Zeiten fest einplanen. Weniger kann mehr sein und wir müssen bereit sein, auch „Abstriche“ zu machen. Dann kann Entschleunigung unseren wahren „Wohlstand“ wachsen lassen.


14.02.2019 - gz

Das Schicksal von Celine, Tochter einer Alkoholikerin

"Mutter hat heimlich getrunken. Schon am Morgen begann sie mit Rotwein. Ich habe die verräterischen Geräusche gehört und wusste, jetzt nimmt sie ihr Gläschen Wein. Als ich um 12 Uhr von der Schule kam, war Mutter besoffen. Sie hat Unmengen in sich geschüttet. Mein jüngerer Bruder und ich entsorgten die Weinflaschen so gut es ging. Keller, Garage, Reduit waren jeweils voll. Gegen aussen waren wir die perfekte Familie, immer freundlich, immer nett. Wir haben Mutter gedeckt, für sie gelogen. Aber die Verwandten, die Nachbarn, alle haben gewusst, dass sie säuft, alle haben weggeschaut. Ihre Sauferei war ein grosses Tabu. Nicht ein einziges Mal haben meine Grosseltern, Mutters Eltern, etwas gesagt. Dabei wohnten sie im Haus nebenan, natürlich haben sie mitbekommen, wenn Mutter besoffen war."

Diese Geschichte deckt sich mit tausend anderen. Der Verlauf ist derselbe, die Gegebenheiten, das Umfeld mit den Ausreden und dem Schönreden, nur die Namen sind anders. Alkohol ist ein traditioneller, fest verankerter Bestandteil der hiesigen Kultur. Gemäss Bevölkerungsbefragungen trinken fast neun von zehn Personen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich Alkohol (85.8%), etwa eine von zehn Personen trinkt täglich Alkohol (9.5%). Die Anteile gelegentlichen und täglichen Alkoholkonsums haben sich seit 2011 kaum verändert.

 

Schätzungen zufolge haben ungefähr Millionen Kinder und Jugendliche in der Schweiz mindestens einen Elternteil mit Alkoholstörung. In einer von sieben Familien trinken Mutter, Vater oder beide zeitweise, in einer von zwölf dauerhaft. Dass dabei nicht nur ökonomisch schwache Mütter zur Flasche greifen, zeigen unter anderem Statistiken zum Alkoholkonsum während der Schwangerschaft.

Darüber hinaus sterben jedes Jahr zwischen 1'500 bis 2'000 Personen an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Dies entspricht 1 von 10 vorzeitigen Todesfällen bei Männern und 1 von 17 bei Frauen. Verletzungen und Unfälle, Krebse und Leberzirrhose verursachen die Mehrzahl der alkoholbedingten Todesfälle.

Alkoholkonsum ist nicht zuletzt wegen seiner weiten Verbreitung in der Bevölkerung auch mit erheblichen sozialen Kosten verbunden. Die geschätzten direkten und indirekten sozialen Kosten des Alkoholkonsums belaufen sich in der Schweiz für jedes Jahr auf rund 4 Milliarden Franken.

 

"Ich habe es genossen, voller Selbstmitleid den ganzen Tag betrunken auf meinem Sofa zu liegen", erzählt die Mutter. „Je mehr Alkohol floss, desto mehr zog ich mich zurück. Kam doch Besuch, bot ich direkt etwas zu trinken an, damit man meine Fahne nicht so leicht roch. Mütter, Frauen allgemein trinken heimlich", sagt sie. "Und Alkoholiker sind die besten Lügner, die man sich nur vorstellen kann."

Zu dieser Erkenntnis kam die Mutter erst nach 7 Jahren voller Lügen, bis sie sich endlich selber eingestanden hat, dass sie Alkoholikerin ist.


Foto: Lindenhaus
Foto: Lindenhaus

14.02.2019 - mm

Das Lindenhaus – Begegnungsort der Jugend

Der Name Lindenhaus gibt es erst seit den Anfängen der 90er Jahren, als der Trägerverein ISG (Interessengemeinschaft Spielplätze Grenchen) mittels einer Leistungsvereinbarung die offene Jugendarbeit übernommen hat. Das Haus hatte bereits vorher bestand und gehörte seit Beginn an zur Jugendarbeit.

Angefangen hat es in den 70er Jahren, als treibende Kräfte um Monika und Bruno Meier für die Jugend von Grenchen einen geeigneten Platz suchten. 1973 wurde der „Schuppä“ ein alter Pavillon, in hundertprozentiger Fronarbeit zu einem Jugendpavillon umfunktioniert. Elf Jahre später wurde das Projekt Jugendzentrum, welches Bruno Meier politisch initiierte, vom Gemeinderat bewilligt. Die nötigen finanziellen Mittel flossen zum einen aus dem Max Müller-Fonds und zum andern von der Stadt Grenchen. Zusammen mit 6000 Stunden Fronarbeit reichte das aus, um das multifunktionelle Gebäude im Lindenpark, konzipiert als Jugendzentrum „JZ“ zu erstellen.

Die beiden Namen „Schuppä“ und „JZ“ sind heute noch bei der Bevölkerung tief verankert und meinen damit das heutige Jugendzentrum Lindenhaus.

 

Besucherzahl

Gemäss der Leistungsvereinbarung mit der Stadt sind die Besucherstatistiken zu erheben und jährlich auszuweisen. Diese werden mittels Controllingbericht erhoben und der Jugendkommission zur Überprüfung übergeben und besprochen. Danach wird eine politische Vorlage vom JuKo-Präsidenten erstellt, welche dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt wird.

 

Im Jahr 2016 zählten man insgesamt 1700 Besucher. Ein Jahr später, unter der neuen Leitung von Tamara Moser, wurden 7000 Besucher gezählt (Besucher = Einzeleintritte), was eine Steigerung um +412 Prozent entspricht. Ende 2018 besuchten 7795 Kinder und Jugendliche das Lindenhaus, was eine nochmalige Steigerung bedeutet.

 

Probleme im Lindenhaus

Probleme im Lindenhaus gibt es wie überall in unserer Gesellschaft. Es geht um Einhaltung von (Haus-)Regeln, Anstand, Respekt, Rücksichtnahme, Bedürfnisbefriedigung, Streitereien, Beziehungs- und Familienprobleme. In diesen Fällen bieten die beiden Jugendarbeiterinnen, welche beide diplomierte Sozialpädagoginnen mit einem FH oder HF Abschluss sind, Beratungsgespräche an, welche sehr rege genutzt werden. Oftmals können diese im Gespräch gelöst werden. Wenn es sich um gravierende Probleme handelt, welche nicht im Gespräch gelöst werden können, wird im Einverständnis des Jugendlichen eine Triage zu einer Beratungsstelle gemacht. Leider gibt es auch Jugendliche welche zu Hause keine oder nur wenig Unterstützung bei den Hausaufgaben oder dem Bewerbungsschreiben erhalten. Diese Erhalten sie vor Ort im Lindenhaus. Bei immer wiederkehrenden Themen wie „Gewalt, Internet und Handy“ oder „Sexualität und Aufklärung“ werden externe Profis wie die Jugendpolizei oder Sexualpädagogen beigezogen. Gemeinsam werden Präventionsprojekte, welche im „geschlossenen Rahmen“ im Lindenhaus stattfinden, angeboten. Diese fanden bisher sehr guten Anklang bei den Jugendlichen.

 

Schwergewicht der Jugendarbeit?

Die Offene Jugendarbeit richtet sich primär an alle Kinder und Jugendlichen der Stadt und Region Grenchen im Alter von 10 - 18 Jahren (bis max. 21) ohne Unterschied von Herkunft und Religion. Es wird ein niederschwelliges Angebot vor Ort im Lindenhaus geboten, in welchem Beratungsgespräche, Triage, Bewerbungs- und Hausaufgabenhilfe, partizipative und präventive Projekte und Öffentlichkeitsarbeit Platz haben. Man geht auf die Wünsche der Jugendlichen ein und versucht diese zeitnah gemeinsam umzusetzen.

 

Das Lindenhaus an der nächsten Kulturnacht

Auf Anfrage würde der Vorstand die Möglichkeit einer Teilnahme unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen prüfen. Bei früheren Ausgaben hat das Lindenhaus aktiv mitgeholfen oder hat Räumlichkeiten (Disco und grosser Raum) z.B. für eine Aufführung von Nils Althaus oder für Lesungen u.a. von David H. Aebischer von und diversen Buchautoren zur Verfügung gestellt.

 

Mitteilung des Lindenhaus an unsere Leserschaft?

Lindenhaus Leiterin Tamara Moser, Jugendarbeiterin Melanie Stoller sowie Präsident Matthias Meier-Moreno und der Vorstand freuen sich auf neue Kinder und Jugendliche, welche das Lindenhaus besuchen wollen. Geöffnet ist das Lindenhaus jeweils vom Montag bis Freitag zwischen 14.00 – 19.00 Uhr. Übrigens können die Räumlichkeiten des Lindenhaus gemietet werden, mehr Infos dazu braucht, findet diese auf unserer Webseite www.lindenhausgrenchen.ch.

 

Highlights:

  • Sporttag im Sportzentrum Zuchwil
  • Tanzcamp von MS Sports
  • OpenHouse (alle 2 Jahre)
  • Grenchnerfest (alle 2 Jahre)
  • Ferienpass
  • Halloweentreff
  • Die Teilnahme am Weihnachtsmarkt

Foto: Noel Hendrickson, DigitalVision, Thinkstock
Foto: Noel Hendrickson, DigitalVision, Thinkstock

13.02.2019 - jp

Vollzeit-Papis

Sie sind noch selten, aber es gibt sie, die Vollzeit-Papis, die sich im Kinderzimmer genauso gut machen wie die Mama im Büro. Immer noch müssen sie sich des Öfteren vermeintlich „lieb und gut gemeinte“ Bemerkungen anhören. Diese reichen von „Ah, bist du heute am Babysitten?“ über „Wie du das bloss schaffst, den ganzen Tag nur daheim mit den Kindern zu sein?“ hin bis zu „Wie hast du deine Frau nur überzeugen können?“. Vielfach kommen diese Sprüche von Menschen, die auf ihre Art ein Kompliment oder Lob ausdrücken und vielleicht auch ihren Neid loswerden wollen. Nicht genug! Wenn Papa mit dem Kind im Supermarkt einkauft und es einen Trotzanfall kriegt, weil es gerade keine Süssigkeiten kriegt, kann man auf den Lippen vieler Passanten lesen: „Ach, du armes Würmchen, die Mama kommt doch sicher bald wieder!“. Die Gesellschaft scheint sich an viel anspruchsvollere Wechsel viel schneller und problemloser zu gewöhnen als an Vollzeitpapis. Viele wollen es schlichtweg nicht glauben, dass ein Mann freiwillig Hausmann und Vollzeitpapi wird und dabei glücklich ist. Die Frage ist dabei nicht, ob das Modell gut oder schlecht ist. Klar ist jedoch, dass es noch Potenzial hat. Das traditionelle Rollenbild ist sehr verankert und den Vollzeitpapis wird oft unterstellt, dass es sich doch kaum um einen freiwilligen Entscheid handeln kann. Probleme werden mit Fragen wie „Ist das denn kein Problem in der Beziehung oder für die Kinder?“ geradezu suggeriert. Wirklichkeit ist aber: Väter sind in Sachen Kindererziehung keine Amateure, ob Vollzeit oder Teilzeit und oft ist ein Vollzeitpapi ganz freiwillig in seiner Rolle und weder die Kinder noch die Mama haben ein Problem damit. Es ist schlichtweg so, dass man dem Mann immer noch nicht wirklich zutraut, dass er Kinder und Haushalt alleine zu 100% schafft. Seltsamerweise stellen die Kinder einander nie die Frage, warum der Papi daheim ist und nicht das Mami. Dies ist ein willkommener Hoffnungsschimmer am Himmel der nächsten Generation.


12.02.2019 - jp

Hausaufgaben – gestern – heute – morgen?

Auch die Hausaufgaben entkommen dem gesellschaftlichen Wandel nicht und ein Blick auf ihre Geschichte reicht, um festzustellen, dass dieses Thema nicht erst seit heute die Gemüter erhitzt. Es ist geradezu verblüffend, wie lange Hausaufgaben schon der Kritik ausgesetzt sind. Ihre Geburtsstunde liegt im 15. Jahrhundert und nach der Einführung der allgemeinen Schulpflicht im 18. Jahrhundert erlangten Hausaufgaben den Status eines klaren Bestandteils des Unterrichts. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts warnten jedoch Eltern, Erzieher und Ärzte vor zeitlicher Überlastung und Hausaufgaben waren sehr umstritten. Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder die Befürworter in der Überzahl waren, erfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg erste Untersuchungen zur Hausaufgabenpraxis. Die massgebenden Entwicklungen unserer Gesellschaft können Schule und Öffentlichkeit trotz fest verankerter Tradition der Hausaufgaben schon lange nicht mehr übersehen. So wird seit einigen Jahren die Hausaufgabenpraxis oft und zu Recht kritisch überprüft. Untersuchungen und Studien häufen sich und die Debatte um Sinn und Unsinn von Hausaufgaben entfacht immer wieder neu. Wo die einen zu einer totalen Abschaffung aufrufen und Hausaufgaben als sinnlosen, täglichen Kampf verschreien, bleiben andere bei der festen Überzeugung, dass Hausaufgaben unbestritten zur Schule gehören und ein wichtiges Fenster zur Schule für die Eltern bleiben. Mit der Einführung des Lehrplans 21 wurden die Hausaufgaben beispielsweise in bestimmten Kantonen auf ein Minimum reduziert oder ganz abgeschafft. In anderen Kantonen wiederum wurden sie nach einer Abschaffung wieder eingeführt. Beleuchtet man das brisante Thema von mehreren Seiten, wird rasch klar, dass es auch hier nicht nur „Weiss oder Schwarz“ gibt. Gemäss neusten Studien machen die Hausaufgaben unsere Kinder nicht klüger. Sie fördern den Lernerfolg demnach nur sehr wenig. Dieser geringe Nutzen ist ebenfalls vom Zeitaufwand abhängig, den die Kinder in die Hausaufgaben investieren müssen. Je grösser dieser ist, desto geringer ist auch der Nutzen. Im Durchschnitt ziehen also vor allem ältere und leistungsstarke Schüler Nutzen daraus. Studien, die belegen, dass Leistung und Wissen durch das systematische Erledigen von Hausaufgaben gesteigert wird, liegen keine vor. Des Weiteren sind Kinder, die sich zu Hause an niemanden wenden können, mit dem klassischen Hausaufgabenmodell benachteiligt, was keinesfalls dem Bestreben nach Chancengleichheit entspricht. Hausaufgaben im traditionellen Sinn bergen in Familien viel Konfliktpotential, sei es wegen fehlender Unterstützung oder zu viel Kontrolle mit Eltern als Hilfslehrer. Fragt man die Hauptbetroffenen, also die Schülerinnen und Schüler selbst, geben sie an, vom Nutzen der Hausaufgaben überzeugt zu sein, wenn diese gut vorbereitet und in den Unterricht integriert seien. Weisen sie uns, wie so oft, die vernünftige und gewinnbringende Richtung in Sachen Hausaufgaben? Liegt der Schlüssel nicht eher in der Art der Hausaufgaben und im Versuch, sie in neue Formen zu integrieren, sie im Zeichen der Individualisierung zu personalisieren? Statt sie abschaffen zu wollen, wäre es eventuell wertvoller, ihnen ihren wahren Sinn wiederzugeben: Sie sollten den Kindern helfen, Vertrauen in ihr Können zu gewinnen und Erfolgserlebnisse zu haben. Die pädagogische Absicht muss sein, die Selbsttätigkeit der Kinder zu fördern. Entsprechende Versuche laufen bereits an vielen Schulen. So werden vermehrt vorbereitende und denkanregende Hausaufgaben erteilt, die auch differenziert werden können, die Hausaufgabenzeit wird in Lernateliers in die Schule integriert, es wird betreute Aufgabenzeit angeboten und Kinder können auch einmal wählen, was sie für andere schon „andenken oder vorbereiten“ wollen oder was sie gerade am meisten weiter bringt. Der Weg ist noch lang und eine für alle zufriedenstellende Lösung liegt auch bei diesem emotionalen Thema in weiter Ferne. Jede Schule hat die Aufgabe, ihre bewusste „Hausaufgabenkultur“ regelmässig zu überdenken. Wenn Hausaufgaben, dann mit „Qualität“ und als Mehrwert für unsere Kinder! Sieht eine Schule von Hausaufgaben ab, muss sie für Eltern neue „Fenster“ finden und für die Kinder andere „Gefässe“ schaffen, um an ihren möglichst individuellen Aufträgen zu arbeiten. Es bleiben uns unbestritten noch etliche „Hausaufgaben“! Packen wir sie im Interesse der Kinder gemeinsam an!


11.02.2019 - jp

Angst am Ruder

Wir alle kennen das beklemmende Gefühl, wenn sich furchterregende Szenarien in unserem Kopf abspielen, Schweissperlen über unsere Wangen laufen, die Atmung schneller wird und unser Körper nur aus Spannung zu bestehen scheint; bereit zu flüchten oder zum Kampf anzutreten. Ja, die Angst ist ein unangenehmes Gefühl, das aber unbestritten zum Leben gehört. Man darf es auch als lebensnotwendig bezeichnen. Die Angst warnt uns vor Bedrohlichem, spornt uns an, sofort Gegenmassnahmen zu treffen. Bestimmt ist es auch sie, die der Menschheit beim Überleben geholfen hat. (Leider hilft das Geschäft mit der Angst auch anderem „weniger Wünschenswertem“ zum Überleben!) So weit, so gut! Wenn Angst sich jedoch verselbstständigt und in extrem starker Form und über längere Zeit auftritt, wird sie hemmend, belastend und schliesslich krankhaft. Übernimmt die Angst gar bei Jugendlichen das Ruder, kann dies ihre Entwicklung stark einschränken. Experten sprechen in diesem Fall von Angststörungen, von welchen, so wird vermutet, etwa 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen sind. Führen Ängste zu erheblichem Leistungsdruck, beeinträchtigen sie anhaltend die Lebensweise und Entwicklung, dann besteht die Gefahr, dass sich Probleme in der „normalen“ Entwicklung, in der Familie, Schule und auch anderen Lebensbereichen häufen. Meist bestehen solche Ängste nicht in einem bestimmten Bereich, sind diffus und haben verschiedene Auslöser, die vor allem ein Jugendlicher nicht immer einordnen kann. In sehr schlimmen Fällen generalisiert sich die Angststörung und die Jugendlichen machen sich oft übermässig starke und in den Augen anderer unbegründete Sorgen über diverse alltägliche Dinge. Nicht kontrollierbare Sorgen über richtiges Verhalten, Ansehen in Schule, im Sport und bei Freunden sind ebenfalls häufig. Ein geringes Selbstwertgefühl liegt diesen Problemen oft zugrunde und die Jugendlichen schaffen es nicht mehr, aus sich heraus Kraft zu schöpfen. Probleme wie Verspannt sein, Schlaflosigkeit und mangelnde Konzentration gesellen sich dazu. Angststörungen haben viele Gesichter, sind komplex und haben auch nie eine einzige Ursache. Ihre genaue Entstehung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Faktoren wie Veranlagung, Erziehung, Überbehütung, starke Kontrolle, mangelnde Nähe und natürlich der Leistungsdruck unserer Gesellschaft spielen eine Rolle. Für Eltern und Erzieher ist es nicht immer einfach, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob die Ängste ihres Jugendlichen seinem Alter entsprechen oder bereits krankhaft sein könnten. Viele Teenager versuchen auch, ihre Ängste zu verbergen und die Symptome lassen sich nicht immer von aussen erkennen. Versuchen Jugendliche immer wieder, bestimmten Situationen aus dem Weg zu gehen, reagieren sie aggressiv oder ziehen sie sich über längere Zeit total zurück, drängt sich bei Eltern begründet der Verdacht einer Angststörung auf. Ob sich Ängste dabei im normalen Bereich befinden oder nicht, ist dabei schwierig zu beurteilen. Wenn sich Jugendliche zum Gespräch mit den Eltern oder Erziehern öffnen, ist ein erster, wichtiger Schritt getan. Eltern, die ihrem Teenager echt zuhören und ihm Zeit schenken, ihn in seinem Sein wahrnehmen, werden auch eher eine Antwort auf die Frage erhalten und spüren, ob Hilfe von aussen geholt werden muss oder nicht. Wenn der Alltag vom Jugendlichen nicht mehr normal gelebt werden kann, braucht es in den meisten Fällen jedoch sicherlich Hilfe einer Fachperson. Entsprechende Therapien können Jugendlichen helfen, die Angstauslöser als weniger bedrohlich zu sehen und Strategien zu entwickeln, die ihnen ermöglichen, der für sie bedrohlichen Situation auch ins Auge zu sehen und sich ihr erfolgreich zu stellen. Entspannungstraining wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Atemtechnik kann die Therapie ergänzen und Erleichterung verschaffen. Ebenso ist es sehr wichtig, dass auch bei diesem Problem Familien und Schule oder Lehrbetriebe am gleichen Strick ziehen und die Jugendlichen gemeinsam begleiten. Angst wird immer zu unserem Leben gehören, aber sie soll an ihrem Platz bleiben und darf die Entwicklung unserer Kinder nicht hemmen und ihre Lebensfreude in den Schatten stellen. Mit Angst muss ein Jugendlicher nicht leben und dadurch seine Zukunft gefährden. In den meisten Fällen lässt sich eine Angststörung - vor allem, wenn frühzeitig erkannt - gut behandeln. Je früher man den Teufelskreis von Angst und Vermeidungsverhalten unterbricht, desto eher kann man verhindern, dass die Angststörung chronisch wird. Natürlich sind auch in diesem Bereich Verallgemeinerungen fehl am Platz. Eines darf jedoch betont werden: Selbstbewusstsein ist das wunderbarste Geschenk, das wir unseren Kindern machen können. Es wird sie nicht vor allem bewahren, ihnen aber in schwierigen Lebensphasen Schlüssel sein und bestimmt auch helfen, Ängste nicht das Ruder übernehmen zu lassen.


08.02.2019

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar auf 2,2% - In der Region Grenchen stieg die Quote von 5,2% auf 5,3%, dies bei 719 Stellensuchenden.

Im Januar 2019 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Solothurn gegenüber dem Vormonat um 105 auf 3'218 (Vormonat: 3'113, Vorjahresmonat: 4'160) Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 2,2%. (Vorjahresmonat: 2,8%, CH: 2,8%). Der Anstieg bei den Arbeitslosen ist saisonal bedingt.

 

Regionen

Die Zahl der registrierten Stellensuchenden im Kanton Solothurn lag bei 6'107 (Vormonat: 6'130, Vorjahresmonat: 6'845) und war damit um 23 Personen tiefer als im Vormonat. Die Stellensuchendenquote verharrte bei 4,2% (Vorjahresmonat: 4,7%, CH: 4,5%). Die Stellensuchendenquote in der Region Solothurn stagnierte bei 3,6%. Die Region zählte Ende Januar 1'898 Stellensuchende. In der Region Grenchen stieg die Quote von 5,2% auf 5,3%, dies bei 719 Stellensuchenden. Die Quote im Schwarzbubenland erhöhte sich von 3,2% auf 3,3%. Dies bei neun Stellen suchenden mehr. Mit 67 Personen weniger schloss die Region Olten den Monat Januar ab. Die Quote sank von 5,0% auf 4,8%. In der Region Thal erhöhte sich die Quote von 3,5% auf 3,8%. Hier wurden 24 Personen mehr gezählt, welche sich beim RAV zur Stellensuche angemeldet haben.

 

Geschlecht

Im Berichtsmonat waren 3'348 (Vormonat 3'338) Männer als stellensuchend registriert, zehn mehr als im Vormonat. Im Vorjahr waren es 3'748 Männer.   

2'759 Frauen (Vormonat 2'792) waren im Januar 2019 auf Stellensuche. Dies war eine Abnahme von 33 Person. Im Vorjahresmonat waren es 3'097 Frauen. Der Frauenanteil lag bei 45,2% (Vorjahresmonat 45,2%).

 

Nationalität

Die Zahl der stellensuchenden Schweizer reduzierte sich im Berichtsmonat um 34 auf 3‘188 Personen. Im Vorjahrsmonat waren es noch 3'674 Stellensuchende. Ende Januar waren mit 2'919 Ausländern (Vormonat 2'908) elf Personen mehr als stellensuchend registriert. Der Ausländeranteil stieg gegenüber dem Vormonat von 47,4% auf 47,8% (Vorjahresmonat 46,3%).

 

Altersklassen

Die Gruppe der unter 20-jährigen Stellensuchenden nahm um sechs Personen auf 272 Personen ab, womit die Quote von 3,9% auf 3,8% sank. Bei der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen fiel die Zahl der Stellensuchenden von 515 auf 510 Personen. Die Quote stagnierte bei 4,0%. Die Quote der 25- bis 29

jährigen stieg von 5,0% auf 5,3%. Die Zahl der Stellensuchenden erhöhte sich auf 809 Personen. Jene der 30- bis 39-jährigen nahm von 5,3% auf 5,1% ab. Dies bei 43 Stellensuchenden mehr. Die Quote der Gruppe der 40- bis 49 jährigen verharrte bei 3,4%. In der Gruppe der 50- bis 59-jährigen stagnierte

die Quote bei 3,8%. Die Zahl der registrierten Stellensuchenden nahm dabei um neun Personen zu. In der Gruppe der über 60-jährigen sank die Zahl der Stellensuchenden um zwei Personen. Die Quote verharrte bei 4,5%.

 

Aussteuerungen

Im Verlauf des Monats November 2018 haben 75 Personen (Vormonat 87 Personen) ihr Recht auf Taggelder ausgeschöpft oder ihr Anspruch auf Arbeitslosentaggelder ist nach Ablauf der zweijährigen Rahmenfrist erloschen. Eine neue Rahmenfrist konnte nicht eröffnet werden. Die Aussteuerung erfolgt in dem Monat, in dem das letzte Taggeld bezogen wurde. Im Vorjahresmonat

wurden 112 Personen ausgesteuert.

 

Zu- und Abgänge sowie offene Stellen

Gegenüber dem Vormonat veränderte sich die Zahl der Zugänge von 731 auf 866 Stellensuchende. Gleichzeitig nahm die Zahl der Abgänge von 611 auf 898 Personen zu. Rund 65% der Abgänge gaben an, dass sie eine Stelle gefunden haben. Ende Monat waren 762 offene Stellen gemeldet. Davon unter

lagen 452 Meldungen der Stellenmeldepflicht. Im Berichtsmonat waren 1‘381 Personen in einem Zwischenverdienst (Vormonat 1’443) engagiert. Der Anteil der Zwischenverdienenden an den Stellensuchenden sank von 23,5% auf 22,6%.

 

Kurzarbeit

Für den Monat November 2018 rechnete die Arbeitslosenversicherung im Kanton Solothurn 10'384 Ausfallstunden in zwei Betriebsabteilungen ab. Im Oktober waren es 8'520 Ausfallstunden in zwei Betriebsabteilungen. Betroffen waren davon 154 Arbeitnehmende, im Vormonat waren es 155 Personen. Im Januar 2019 meldeten sich vier Betriebe für Kurzarbeit an. Im Vormonat gab es zwei Anmeldungen. 64 Arbeitnehmende könnten betroffen sein.


06.02.2019 - jp

Pause gefällig?

Lange ist es für viele von uns her, seit wir in der Schule die Pausen sehnsüchtig herbei gewünscht haben, um sie dann in vollen Zügen zu geniessen. Den Kindern sind die Pausen auch von Herzen gegönnt. Je älter wir werden, desto mehr verlieren sie von ihrem Glanz. Kurz sollen sie sein, nicht zu häufig; ihnen haftet das Etikett von Bequemlichkeit, gar Faulheit und Misserfolg an. Jeder weiss, dass „Erfolg“ nur durch harte Arbeit möglich ist und alle scheinen daran zu glauben. Ist es jedoch nicht an der Zeit, Arbeit und Pausen als Partner statt als Konkurrenten zu sehen? Zeit, für ein wenig Ruhe? Was, wenn sich der vielgepriesene Erfolg (für wen?) ohne die Pausen gar nicht einstellen könnte? In einer Zeit, wo wir immer auf Achse sind und konstant vernetzt, gilt Überarbeitung bereits als Tugend. Unser natürliches Bedürfnis nach Pausen und Ferien wird oft als Schwäche taxiert. Die Welt dreht sich viel zu schnell, alles läuft rund um die Uhr. Eine Innovation folgt der anderen und wir glauben, für unseren unermüdlichen Einsatz den gerechten Lohn zu erhalten. In unserem Innern schlummert die Wahrheit und wir kennen sie. Wie gut, sie ab und zu wieder an die Oberfläche zu holen: Wer Ruhepausen und Erholung einplant, ist leistungsfähiger. Auch Topathleten wissen beispielswiese, wie wichtig es ist, Pausen einzulegen; genauso wichtig wie ausdauernd und viel zu trainieren. Ruhezeiten helfen, die Batterien aufzuladen, geistig und körperlich. So brauchen auch kreative Geister unbedingt Zeit, neue Ideen zu entwickeln und zu vertiefen und schon eine kurze Pause erhöht die Wachsamkeit. Ruhepausen müssen nicht passiv sein. Lernt man sie zu nutzen, hat man mehr vom Leben. Wir haben es verlernt, die Pausen zu nutzen und sie als das zu sehen, was sie sind: etwas ganz Natürliches. Im Gegensatz zu den Kindern, die sie einfach geniessen und einfordern, müssen wir die Fähigkeit, Pausen richtig einzusetzen, anscheinend neu trainieren. Neurowissenschaftler belehren uns, dass das Hirn nicht abschaltet, wenn wir Pausen machen und uns entspannen. Die Gehirnnetzwerke, die für unsere Aufmerksamkeit sorgen, fahren herunter und das Ruhezustandsnetzwerk übernimmt. Dieses ist Profi darin, Fakten abzurufen, Zukunftsvisionen zum Leben zu erwecken und neue Verbindungen zu knüpfen. Viele kreative Köpfe haben dies vor allem bei Spaziergängen in der Natur festgestellt oder auch beim Fitnesstraining. Dabei scheint es der Wechsel zwischen Stunden fokussierter Arbeit und bewusster Ruhe zu ermöglichen, weiter an Problemen zu arbeiten und gleichzeitig in bewusster Aufmerksamkeit zu entspannen. Bewusste Ruhe bringt bessere Ideen zutage, braucht aber eine gewisse „Anlaufszeit“. Gegensätzlich zu permanenter Überarbeitung, die ausser totaler Erschöpfung nicht viel bringt, helfen gezielte Pausen (nach individuellem Bedürfnis gestaltet), einen auf längere Sicht produktiveren Arbeitsstil zu pflegen. So kann beispielsweise der Lohn eines gezielten Nickerchens sehr wertvoll sein. Jeder muss spüren, welche Art von Pausen ihm am besten entspricht. Es leuchtet ein, dass Aktivitäten, die körperlich und psychisch sehr viel fordern, weniger geeignet sind; sind sie doch mit der Arbeit vergleichbar; nur der Kontext ist dabei anders. Machen wir es wie die Kinder: Geniessen wir die verdienten Pausen und lassen wir sie mit der Arbeit Hand in Hand gehen. Der „Erfolg“ wird sich rasch einstellen und viel nachhaltiger sein.


05.02.2019 - ad/mm

«Gehen Sie nicht wegen jedem Bobo zum Arzt!»: Kampagne mit Musiker DJ Bobo appelliert an die Eigenverantwortung - oder: DIE VÖLLIG VERFEHLTE RICHTUNG

Mit einer neuen Kampagne ruft der Kanton Luzern die Bevölkerung zu mehr Eigenverantwortung auf, um das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu dämpfen. Der Slogan «Gehen Sie nicht wegen jedem Bobo zum Arzt!» soll mithelfen, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Medizinische Leistungen sollen nur in Anspruch genommen werden, wenn es wirklich nötig ist.

 

Ab heute hängen an diversen Orten im Kanton Luzern Plakate mit dem Slogan «Gehen Sie nicht wegen jedem Bobo zum Arzt!». Prominenter Kopf der Kampagne ist der Musiker DJ Bobo.

 

Bei «Bobos» nicht medizinische Leistungen beanspruchen

Mit der Kampagne möchte das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern die Menschen sensibilisieren. Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements: «Wer bei harmlosen Beschwerden nicht vorschnell einen Arzt oder ein Spital aufsucht und versucht, sich zuerst selber zu helfen, leistet einen Beitrag gegen die steigenden Gesundheitskosten». Graf betont aber auch: «Es ist mir bewusst, dass es für Laien oft schwierig zu beurteilen ist, was ein medizinischer Notfall ist. Keinesfalls raten wir generell davon ab, bei gesundheitlichen Problemen professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen».

 

Entlastung von Notfallstationen

Jeder Arzt- und Spitalbesuch belastet das Gesundheitssystem. Mit der Plakatkampagne will der Kanton Luzern auch die Notfallstationen entlasten. «Jeder Bagatellfall führt zu längeren Wartezeiten im Notfall, dies zu Lasten der «echten» Notfälle. Jeder Bagatellfall verursacht zudem unnötige Kosten», sagt Graf. Weniger Konsultationen beim Arzt und im Spital seien ein aktiver Beitrag, um unnötige Kosten zu vermeiden. Dies wirke sich wiederum positiv auf die Entwicklung der Krankenkassenprämien aus, so Graf.

 

Leider einmal mehr die völlig falsche Richtung. Hätte es der Staat doch in der Hand die ständig weiter explodierenden Kosten zu regulieren und zu diktuieren, wird einmal mehr beim Menschen gespart. Es kann nicht sein, dass die Pharmaindustrie und die Krankenkassen weiterhin massive Probleme verursachen, ohne endlich dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Mit einer solchen "Massnahme" werden lediglich weitere Probleme geschaffen, die den Menschen betreffen und die Kosten werden auch in den nächsten Monaten trotzdem weiter munter steigen.


04.02.3019 - jp

Vom Wahrnehmen und Bewerten

Die Frage, ob Rassismus seinen Ursprung bereits im Kindesalter hat, stellte sich der Psychologe Jean Piaget bereits zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Es gelang ihm mit vielen Tests zu belegen, dass Kinder unter vier Jahren Unterschiede niemals bewerten, sondern lediglich wahrnehmen. Feinbilder sind in der Welt der Babys noch keine zu finden und rassistische Vorstellungen fehlen gänzlich. Rassismus ist also keinesfalls angeboren, sondern wird im Verlauf der Sozialisierung und psychologischen Entwicklung zu Erwachsenen erworben. Die Frage, wann und wie Kinder denn beginnen, Unterschiede als positiv oder negativ einzustufen, erweist sich als interessant. Es scheint, dass erste Ansätze zur Abgrenzung im vermehrten Kontakt mit Gleichaltrigen zu finden sind. Der Bekanntenkreis der Kinder vergrössert sich auf natürliche Weise bei der Einschulung. Das Kind muss also neue Bezugspersonen und Freunde finden, mit denen es möglichst viele Gemeinsamkeiten hat. Dies nimmt ihm die Angst, alleine zu sein. Zusammen fühlt man sich stark. Manchmal wird diese Stärke beim Menschen aber auch im Verbund gegen Dritte ausgenutzt. Dies ist auch bei Kindern so und ganz natürlich. Im Alltag von Familien und Schule sind dafür bestimmt unzählige Beispiele zu finden. Oft ringen die Kinder mit zwei Wünschen, die gleichzeitig auftreten: Gleichheit und Überordnung. Da diese leider nicht miteinander verbindbar sind, muss eine Kompromisslösung gesucht werden, bei der schon ab und zu „die Moral“ übergangen wird. Kinder greifen dann in der Not zu Überredung, Bestechung, Einschüchterung oder gar Erpressung, um andere zum gewünschten Verhalten zu bewegen. Diese Techniken kennen viele Kinder aus familiären Zusammenhängen bereits. Meist kommt es zu solchen Konfliktsituationen, weil das Kind die Spannung bewusst wahrnimmt, die zwischen seinem Wunsch und der Realität besteht und es merkt, wie verletzlich es ist. Auf der Suche nach Gleichgesinnten haben für ein Kind Konflikte keinen Platz und diese wollen so rasch wie möglich aus der Welt geschafft werden. Die Methode ist dann weniger wichtig! Inwiefern Kinder dabei die Schmerzensgrenzen von anderen respektieren, hängt mit ihren eigenen Gefühlserfahrungen zusammen. Fühlen sie sich in ihrer Familie respektiert und wahrgenommen und mit ihren Schwächen akzeptiert, gehen sie behutsamer mit Dritten um. Erleben sie jedoch Verhöhnung und Abwerten von Gefühlen, werden auch sie andere eher verletzen. Ein Kind, das immer stark sein muss, hat Mühe, nachzugeben und Kompromisse einzugehen. Es wertet dies als Schwäche. Des Weiteren sind Kinder natürlich auch stark durch die Medien beeinflussbar; sie sind sich ja noch nicht bewusst, dass diese kein reales Bild unserer Gesellschaft vermitteln. Wenn Kinder beispielsweise feststellen, dass im Fernsehen vorwiegend weisse Kinder zu sehen sind, werden sie dies als „Normalität“ einstufen und einen Film mit dunkelhäutigen Menschen als eher „befremdend und nicht normal“ bewerten. Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass Kinder ab 5 Jahren vermehrt die Unterschiede zwischen ihnen und ihren Kameraden wahrnehmen, welche mit dem Einfluss von Freunden und Familie eingeordnet und gewertet werden. Oft werden fremde Verhaltensweisen und Traditionen von Menschen als bedrohend empfunden, da sie sich nicht mit dem eigenen Wesen decken. Kinder folgen diesem Beispiel zweifelsohne. Natürlich werden viele sehr junge Kinder das eigene Geschlecht oder die eigenen Traditionen bevorzugen. Wenn diese positivere Beurteilung der eigenen sozialen Gruppe im Laufe der Entwicklung in Vorurteile und Diskriminierung mündet, ist Vorsicht geboten. Wenn Familien und Schule Kinder schon früh mit „Fremdem“ in Kontakt bringen, neigen diese viel seltener zu rassistischem Verhalten. Gute Bücher, Sport und Geschichten bieten dazu wunderbare Brücken. Unsere Aufgabe als Erwachsene ist es nicht, kindliche Konflikte zu unterbinden, sondern diese zu beobachten und Fremdenfeindlichkeit niemals gutzuheissen. Nach unserem Vorbild werden Kinder eine humane Wertorientierung aufbauen, die andere respektiert und das weiterleben und weitergeben, was ihnen in die Wiege gelegt wurde: wahrnehmen ohne zu bewerten. Einmal mehr sind die Kinder unserer wahren Lehrer!


04.02.2019

Mangelndes Interesse der Gemeinderäte an den Missständen bei den Sozialen Diensten Oberer Leberberg (SDOL)?
Auch nach mehrfacher Anfrage jedes einzelnen Gemeinderatsmitgliedes, blieben Stellungnahmen und gar Antworten komplett aus. Einzig die SP Fraktion hat sich mit einer Email zu Wort gemeldet.

 

Alex Kaufmann, Fraktionschef SP richtet darin aus, dass weder er, noch die anderen Fraktionsmitglieder der SP auf unser Schreiben einzeln reagieren würden. Das Anliegen werde anlässlich der nächsten Fraktionssitzung intern diskutiert und sofern es für nötig befunden würde, werde uns die Fraktionsmeinung mitgeteilt.

 

Die vielen und bekannten Missstände und Beschwerden gegen die SDOL (wir berichteten) scheinen für den Gesamtgemeinderat nicht wichtig, oder wie ist diese Haltung zu verstehen. Will sich dieser Problematik in Grenchen niemand annehmen, sind die Bedürftigen ein zu wenig attraktives Thema? Gewiss sind diese Vertreterinnen und Vertreter gewählt worden, um für die Bevölkerung zu vertreten, nach innen und aussen. Der Gemeinderat zählt 15 Mitglieder und ist das vollziehende und verwaltende Organ der Gemeinde. Wie also kommt es dazu, dass die Anliegen der Bevölkerung und Missstände nicht das Interesse erwecken können?

 

Diese Zeitung klopft weiter und zielgerichtet an und wird sich weiter darum bemühen, Stimmen dazu einzufangen.


Bild: Thinkstock Kollektio
Bild: Thinkstock Kollektio

04.02.2019  

Pilotprojekt der Sozialen Dienste Oberer Leberberg (menschlich) gescheitert

Als Alternative zur Sozialhilfe sollten Personen, die wirtschaftliche Unterstützung ersuchen, mit Testarbeitsplätzen geholfen werden. Dies solle mehr Effizienz schaffen und  Sozialhilfebetrügern einen Riegel schieben. Wer die Situation kennt und die Lage, in der sich Hilfesuchende befinden ist dieses Projekt der reinste Hohn und es gilt festzuhalten, wer dieses Projekt gutheisst, verkennt komplett die vorherrschenden Zustände. Dabei auch noch von „Sozialhilfebetrügern“ zu sprechen, bei der heutigen Überreglementierung entbehrt jeglichem Bezug zur Realität. Den Sozialhilfebetrüger gibt es nicht. Das ist eine Erfindung gewisser Parteien und Medienschaffenden.

Was als Missbrauch gilt, regelt Art. 148a des Strafgesetzbuches. Missbrauch kommt aber weniger oft vor, als uns fette Schlagzeilen glauben machen wollen: Die Missbrauchsquote beträgt (von Experten geschätzt) ein bis maximal zwei Prozent. Das macht das Ganze freilich nicht besser: Missbrauch muss bekämpft werden. Auch das Gerücht, dass anspruchsberechtigte Ausländer besser- oder schlechtergestellt sind als Schweizer ist falsch. Nicht alle Ausländer haben zudem Anspruch auf Sozialhilfe. So erhalten Asylsuchende und Vorläufig Aufgenommene rund 20 Prozent weniger. Abgewiesene Asylsuchende erhalten nur Nothilfe. Haben Ausländer aber Anspruch auf reguläre Sozialhilfe, erhalten sie weder mehr noch weniger als Schweizer.

 

Nach einer Strukturanalyse der SDOL startete im November 2017 ein Reorganisationsprojekt, das für mehr Effizienz bei der Arbeitsmarktintegration und der sozialen Integration sorgen will. Dies kostete wahrscheinlich mehr, als dass dabei optimiert werden konnte. Beim SDOL wurde eine Anlaufstelle geschaffen mit dem Namen «Info&Intake», bei der sich Personen, die um soziale und wirtschaftliche Unterstützung nachsuchen, zuerst Klärung erhalten, wie ihnen am besten geholfen ist. Diese Klärung kann allerdings nur von Fachleuten, die einerseits den Arbeitsmarkt kennen und andererseits die Lage eines Hilfesuchenden. Erfahrungsgemäss trifft weder das Eine, noch das Andere zu. Wie und ob jemand unterstützt wird, liegt nicht im Ermessen der Sozialarbeiter. Entscheide werden immer von den Behörden gefällt, die sich wiederum an die gesetzlichen Grundlagen zu halten haben. Deshalb ist dieses Vorgehen der SDOL letztlich der falsche.

 

Mit dem neuen „System“ sollte zudem vermieden werden, dass bei jedem "Neukunden" sogleich eine zeitaufwendige Abklärungsspirale in Gang komme, während der diese Personen schon Teil des Sozialhilfesystems würden. Genau dies trifft aber nun noch eher zu. Langwierige „Prozesse“, Unterlagen die falsch gedeutet werden, buchhalterische Unkenntnis, Dossierunsicherheiten, hohe Fehlerquote, fehlende Empathie und Fachkompetenz erlauben keinen raschen Ablauf. Zeit die verschwendet wird, in der die Hilfesuchenden zusätzlich in schwierigere Situationen kommen, wegen unterlassener Hilfeleistung.

 

Dass die SDOL bereits damit rechnet, dass Personen nicht arbeiten wollen und können oder es ihnen nur um Mittelbeschaffung geht, ist gleich zweifach strafbar, menschlich und juristisch.

Nach jahrzehntelangen Erfahrungen im Sozialwesen glaubt Kurt Boner (Leiter SDOL), dass hier der Hebel anzusetzen wäre. Geht es um Sozialhilfeleistungen, soll nicht die Geldleistung, sondern die Arbeitsmarkfähigkeit und das Gegenleistungsprinzip im Vordergrund stehen. Eine weltfremde Ansicht, die statt Hilfe bietet, die Menschen noch mehr in Probleme stürzt. Diese Menschen stehen mit dem Rücken zur Wand und brauchen rasche Hilfe, weil sie selber aus eigener Kraft nicht mehr auf die Füsse kommen. In der Praxis solle dies im Übrigen gemäss SDOL mit Testarbeitsplätzen geschehen, die vom SDOL zusammen mit Pro Work angeboten werden – als Alternative zur Sozialhilfe. Damit werden lediglich die Sozialhilfekosten in die Höhe gehen, die dann erneut auf dem Buckel der Bedürftigen eingespart werden müssen. Sozialhilfe muss sich durch hohe Qualität auszeichnen. Die Qualität der Sozialhilfe kann gemessen werden, wenn sie wirksam und wirtschaftlich und im Verhältnis mit den aufgewendeten Mitteln wirkungsvoll ist. Das ist der Weg, der einzige!


04.02.3019 - jp

Vom Wahrnehmen und Bewerten

Die Frage, ob Rassismus seinen Ursprung bereits im Kindesalter hat, stellte sich der Psychologe Jean Piaget bereits zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Es gelang ihm mit vielen Tests zu belegen, dass Kinder unter vier Jahren Unterschiede niemals bewerten, sondern lediglich wahrnehmen. Feinbilder sind in der Welt der Babys noch keine zu finden und rassistische Vorstellungen fehlen gänzlich. Rassismus ist also keinesfalls angeboren, sondern wird im Verlauf der Sozialisierung und psychologischen Entwicklung zu Erwachsenen erworben. Die Frage, wann und wie Kinder denn beginnen, Unterschiede als positiv oder negativ einzustufen, erweist sich als interessant. Es scheint, dass erste Ansätze zur Abgrenzung im vermehrten Kontakt mit Gleichaltrigen zu finden sind. Der Bekanntenkreis der Kinder vergrössert sich auf natürliche Weise bei der Einschulung. Das Kind muss also neue Bezugspersonen und Freunde finden, mit denen es möglichst viele Gemeinsamkeiten hat. Dies nimmt ihm die Angst, alleine zu sein. Zusammen fühlt man sich stark. Manchmal wird diese Stärke beim Menschen aber auch im Verbund gegen Dritte ausgenutzt. Dies ist auch bei Kindern so und ganz natürlich. Im Alltag von Familien und Schule sind dafür bestimmt unzählige Beispiele zu finden. Oft ringen die Kinder mit zwei Wünschen, die gleichzeitig auftreten: Gleichheit und Überordnung. Da diese leider nicht miteinander verbindbar sind, muss eine Kompromisslösung gesucht werden, bei der schon ab und zu „die Moral“ übergangen wird. Kinder greifen dann in der Not zu Überredung, Bestechung, Einschüchterung oder gar Erpressung, um andere zum gewünschten Verhalten zu bewegen. Diese Techniken kennen viele Kinder aus familiären Zusammenhängen bereits. Meist kommt es zu solchen Konfliktsituationen, weil das Kind die Spannung bewusst wahrnimmt, die zwischen seinem Wunsch und der Realität besteht und es merkt, wie verletzlich es ist. Auf der Suche nach Gleichgesinnten haben für ein Kind Konflikte keinen Platz und diese wollen so rasch wie möglich aus der Welt geschafft werden. Die Methode ist dann weniger wichtig! Inwiefern Kinder dabei die Schmerzensgrenzen von anderen respektieren, hängt mit ihren eigenen Gefühlserfahrungen zusammen. Fühlen sie sich in ihrer Familie respektiert und wahrgenommen und mit ihren Schwächen akzeptiert, gehen sie behutsamer mit Dritten um. Erleben sie jedoch Verhöhnung und Abwerten von Gefühlen, werden auch sie andere eher verletzen. Ein Kind, das immer stark sein muss, hat Mühe, nachzugeben und Kompromisse einzugehen. Es wertet dies als Schwäche. Des Weiteren sind Kinder natürlich auch stark durch die Medien beeinflussbar; sie sind sich ja noch nicht bewusst, dass diese kein reales Bild unserer Gesellschaft vermitteln. Wenn Kinder beispielsweise feststellen, dass im Fernsehen vorwiegend weisse Kinder zu sehen sind, werden sie dies als „Normalität“ einstufen und einen Film mit dunkelhäutigen Menschen als eher „befremdend und nicht normal“ bewerten. Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass Kinder ab 5 Jahren vermehrt die Unterschiede zwischen ihnen und ihren Kameraden wahrnehmen, welche mit dem Einfluss von Freunden und Familie eingeordnet und gewertet werden. Oft werden fremde Verhaltensweisen und Traditionen von Menschen als bedrohend empfunden, da sie sich nicht mit dem eigenen Wesen decken. Kinder folgen diesem Beispiel zweifelsohne. Natürlich werden viele sehr junge Kinder das eigene Geschlecht oder die eigenen Traditionen bevorzugen. Wenn diese positivere Beurteilung der eigenen sozialen Gruppe im Laufe der Entwicklung in Vorurteile und Diskriminierung mündet, ist Vorsicht geboten. Wenn Familien und Schule Kinder schon früh mit „Fremdem“ in Kontakt bringen, neigen diese viel seltener zu rassistischem Verhalten. Gute Bücher, Sport und Geschichten bieten dazu wunderbare Brücken. Unsere Aufgabe als Erwachsene ist es nicht, kindliche Konflikte zu unterbinden, sondern diese zu beobachten und Fremdenfeindlichkeit niemals gutzuheissen. Nach unserem Vorbild werden Kinder eine humane Wertorientierung aufbauen, die andere respektiert und das weiterleben und weitergeben, was ihnen in die Wiege gelegt wurde: wahrnehmen ohne zu bewerten. Einmal mehr sind die Kinder unserer wahren Lehrer!


04.02.2019 - jp

Spielen ohne Plan

Wie so vieles in unserem Leben ist auch unsere Freizeit heutzutage durchgeplant. Auch bei Kindern ist dies nicht anders; nicht nur ihre Freizeitaktivitäten sind geplant, auch das Spielen geschieht oft nach „Plan“. Viele von uns erinnern sich mit Freude an ihre eigene Kindheit und den Drang, sich nach den erledigten Hausaufgaben unmittelbar dem „Freispiel“ ausser Haus und ohne Eltern hinzugeben. Diese Art von Freizeitgestaltung kennen viele Kinder nicht mehr und es ist viel mehr das „Verplant sein“, das dem Zeitgeist entspricht. Für Erwachsene und Kinder wird die Freizeit oft über Wochen und Monate festgelegt und für Spontaneität bleibt wenig Raum. Wir wollen das Beste für unsere Kinder und ihnen möglichst viel (an)bieten. Ob dies ihren natürlichen Bedürfnissen gerecht wird, ist eine interessante Frage. So ist das sogenannte „freie Spielen“ für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Bedauerlicherweise wissen die Erwachsenen mit diesem Begriff nicht immer etwas anzufangen. Oft denken sie dabei an Unsinn machen, planlos herumhängen und die Kinder sich selbst überlassen. Von der Realität sind sie mit diesem Glauben weit entfernt. Das freie Spiel, mit anderen Kindern oder auch alleine, bietet eine überaus wertvolle Möglichkeit, fürs Leben zu lernen. In der Fachliteratur stösst man bezüglich freies Spielen auf Punkte wie diese: (Es versteht sich von selbst, dass die Erwachsenen einen groben Rahmen setzen müssen. Innerhalb von diesem spielen die Kinder so selbstbestimmt wie möglich.)

  • Im Rahmen der Möglichkeiten suchen die Kinder den Spielort selber aus.
  • Die Entscheidung, was und mit wem sie spielen wollen, wird von ihnen getroffen.
  • Sie suchen Material aus, legen Verlauf und Zeitdauer des Spieles fest.
  • Sie können sich auch einfach fürs „Nichtstun“ entscheiden.

Auf ersten Blick scheint das freie Spielen eine sehr einfache Angelegenheit zu sein. Für die Kinder selbst ist dies bestimmt auch der Fall. Die Erwachsenen sehen es oft anders: All die tollen Angebote auf dem „Freizeitmarkt“ sind durchaus verlockend und es hat für jedes Kind das scheinbar Passende. All das hat positive Seiten, aber leider auch Gefahren. Es kommt dabei nämlich leider häufig zu kurz, womit die Kinder im Überfluss gesegnet sind: die Kreativität, die es möglich macht, sich stundenlang mit einem Stück Holz und einem Stein zu beschäftigen. Wenn wir die Kinder stets mit Angeboten bombardieren, nehmen wir ihnen die Chance, sich mit sich selber auseinanderzusetzen und zu spüren, was gerade für sie wichtig und interessant ist. Wen wundert es also, dass die Kinder bereits im Kindergarten immer jemanden brauchen, der mit ihnen spielt und sie unterhält. Viele Eltern meinen es gut und wollen dem Kind so viel Zuwendung wie möglich geben; dies auch im Spiel. Wenn das freie Spielen dabei nicht zu kurz kommt, ist dies natürlich die ideale Mischung. Leider herrscht heute aber überall ein grosser Kontrollwahn, der auch in den Familien Einzug gehalten hat. Einer der möglichen Gründe dafür kann sein, dass man dem Kind mehr bieten will, als man selbst bekommen hat, so auch sehr viel Spielzeit mit ihm verbringen. Wenn sich die Kinder aber kaum mehr frei bewegen können und die Eltern auch im Spiel überpräsent sind, geht die Kreativität langsam, aber sicher unter. Das Kind verliert nach und nach die Gabe, frei zu spielen und sich zu beschäftigen. Die Langeweile macht sich breit und damit die Suche nach einfachen Unterhaltungsmöglichkeiten wie Fernseher, Computer, Play Station.

 

Sich der Wichtigkeit des freien Spielens bewusst zu werden, bedeutet einen ersten Schritt zum Wohle der Kinder. In guten Krippen und Kindergärten gehört die Freispielzeit fest zum Tagesablauf. Die Bedingungen dafür werden dabei optimal vorbereitet, damit die Kinder selbständig wählen und somit wertvolle Erfahrungen machen können. Auch in der Familie kann zum freien Spiel ermutigt werden. Es reicht bereits, das Kind öfter in Ruhe zu lassen, sein Spiel nicht ständig zu steuern oder auch gut gemeint zu kommentieren und da zu sein, wenn das Kind Hilfe oder Unterstützung braucht und dies auch selber signalisiert. Eltern halten sich aktiv zurück und betrachten das Kind mit Liebe und Bewunderung, wenn es in seiner kreativen Welt unterwegs ist. Das Kind verschickt dabei die Einladung und entscheidet, ob wir Erwachsenen mit auf die Reise kommen.


Foto: grenchen.ch
Foto: grenchen.ch

02.02.2019

Zahlreiche Beschwerden gegen Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL)

Aufgrund diverser bei uns eingegangenen Beschwerden und Berichten von Betroffenen zu untragbaren und willkürlichen Fällen bei den Sozialen Diensten Oberer Leberberg (SDOL) ergab eine weitere Recherche beim Amt für soziale Sicherheit Interessantes.

 

„Das Amt für soziale Sicherheit übt gegenüber den Sozialregionen im Rahmen von § 55 Sozialgesetz (Lastenausgleich unter den Einwohnergemeinden) eine Kontrollfunktion aus. Es erfolgen dafür Revisionsbesuche vor Ort und es werden die ausgerichteten Leistungen überprüft. Weiter wird überprüft, ob der gesetzliche Mindestpersonalbestand erfüllt ist und die Sozialregion das Grundangebot nach Sozialgesetz erfüllen.“

Soweit die Informationen des Amtes für soziale Sicherheit auf unsere Frage, wie die SDOL überprüft werden.

Individualbeschwerden von betroffenen Personen gegen Entscheide im Zusammenhang mit Sozialhilfeleistungen werden demgegenüber vom Rechtsdienst DDI beurteilt und entschieden. Diese Entscheide können an das Verwaltungsgericht weiter gezogen werden. Davon gingen im 2018 alleine 27 im Leistungsbereich ein. Also 27 Menschen haben sich getraut, für ihr Recht zu kämpfen, all die anderen haben resigniert, oder schlicht die Energie und Geldmittel nicht, um sich für ihr Recht zu wehren. Weitere Beschwerden sind in anderen Belangen eingereicht worden.

Ein Hauptproblem stellt auch die Behandlung der Beschwerden dar. Denn die Beschwerden werden ausschliesslich nach den gesetzlichen Vorgaben beurteilt und entschieden. Also nicht nach tatsächlicher Bedürftigkeit, sondern auf Angaben des SDOL. Hier entsteht also zwangsläufig eine Ungerechtigkeit im humanen Sinn, nicht aber im rechtlichen. Aber wie kann man falsche Angaben für richtig erklären, wenn man die genauen Umstände nicht kennt?

Nichts desto trotz gibt es jedes Jahr Beschwerden die gutgeheissen werden und teilweise auch erfolgreich weitergezogen werden ans Verwaltungsgericht. Der Kampf für sein Recht, kann sich also durchaus auch „lohnen“, bzw. dafür sorgen, dass man die vom Bund zugesicherte Unterstützung erhält.

 

Was wird getan, wenn Leistungen nicht bezahlt werden, obschon Anspruch besteht?

„Wird im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens festgestellt, dass ein Anspruch auf eine Leistung besteht, so wird im Entscheid die Behörde direkt angewiesen, diese Leistung zu erbringen.“, antwortet Frau Dr. Claudia Hänzi, Chefin des Amtes für soziale Sicherheit auf unsere Anfrage.

 

Wem die SDOL Rechenschaft schuldig sind und von wem diese kontrolliert werden, übe das ASO gegenüber der SDOL die gesetzlich vorgesehen Kontrollen aus. „Hinsichtlich Betriebsführung, Personalführung und Kosten hat sich die SDOL in ersten Linie gegenüber der Leitgemeinde Grenchen und in zweiter Linie gegenüber den an dieser Sozialregion angeschlossenen Gemeinden zu verantworten.“, führt Frau Dr. Claudia Hänzi weiter aus.

 

Wir werden weiterhin über die Entwicklung bei den SDOL berichten. Keine Frage.


Foto: GZ Grenchner Zeitung
Foto: GZ Grenchner Zeitung

30.01.2019

Prämienverbilligungen - neuer Reichtum?

Die Luzerner Regierung hat es vormachen wollen und im grossen Stil bei der Prämienverbilligung sparen wollen. Glücklicherweise, hat das Manöver keinen Erfolg gehabt und die Luzerner bekommen stattdessen eine gesalzene Rechnung. Das Bundesgericht hat unmissverständlich festgestellt, dass ihre Absenkung der Einkommensobergrenze rechtswidrig war. Nun werden Rückzahlungen in Millionenhöhe fällig.

Wunderbar.

Nur leider wird mit Prämienverbilligungen auch bei den Krankenkassen teilweise betrogen. Und zwar so, dass diese einfach die vom Kanton bezahlten Prämienverbilligungsbeträge für sich einbehalten und dem Versicherten gar nicht erst anrechnen oder auszahlen. Aktuell sind wir an drei solchen "Einzelfällen" dran, um Betroffenen, bzw. Betrogenen zu helfen.

 

 

Haben auch Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?

Dann melden Sie sich bitte unter redaktion@gz-grenchnerzeitung.ch mit dem Vermerk "KK". Vielen Dank!


29.01.2019 - jp

Zusammen stark

Ist es der Glaube an das Überleben der Stärksten, die unsere Welt bisher bestehen liess oder steckt in Wirklichkeit etwas Anderes dahinter? Angesichts des andauernden Konkurrenzkampfes und des Aufhetzens gegeneinander, welche von einer vermeintlichen Machtelite zum Eigenzweck geschürt werden, ist die Gefahr sehr gross, sich bei der Beantwortung dieser Frage schlichtweg in die falsche Richtung zu begeben. Ist es nicht eher der gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit zu verdanken, dass die Welt noch besteht? Aus verschiedenen Forschungsartikeln lassen sich durchaus spannende Erkenntnisse dazu gewinnen. In der Natur überleben demnach nicht die stärksten Tiere oder Pflanzen, sondern diejenigen, die am besten und häufigsten kooperieren. Da, wo beispielsweise für die Menschen die Lebensumstände sehr schwierig sind, darf keine Energie verschwendet werden. Will man überleben, muss zusammengearbeitet werden. Es ist hierbei stets die Zusammenarbeit der Gruppe, also die Kooperation, die ein Überleben möglich macht und nicht die individuelle Stärke der einzelnen Gruppenmitglieder. In unserer Gesellschaft wird die Konkurrenz als Naturgesetz fürs Überleben dargestellt, während diese in der Natur nur selten vorkommt, denn sie kostet Kraft, bedeutet Stress und ist gefährlich. Wir sind ein Teil der Natur und es ist an der Zeit, uns an unsere Wurzeln zu erinnern. Besser kooperieren ist mehr als der Schlüssel für die Wandlung hin zu einer besseren Welt; sie scheint eher für das Überleben der Menschen grundlegend zu sein. In der heutigen Zeit ist es dringend wie noch nie, die gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit zu fördern. Wie schaffen wir es jedoch, wieder besser zu kooperieren? Es bestehen dabei sehr viele Möglichkeiten. Ein erster wichtiger Schritt sollte sein, uns nicht mehr gegeneinander aufhetzen und manipulieren zu lassen. Dies gelingt am besten, wenn wir uns informieren und kooperieren, um Lügen aufzudecken und ins Handeln zu kommen. Der Grundstein für gegenseitiges Helfen kann bereits in der Kindheit auf spielerische Weise gesetzt werden. Die gute Nachricht ist dabei, dass sich solche Prinzipien bei Kindern durchaus im Hirn verankern lassen. Doch auch wir Erwachsene sind fähig, unsere Gehirnstrukturen für ein gutes Zusammenwirken neu zu formen. Wenn wir wieder an unseren Wert glauben und uns nicht mehr klein machen lassen, gewinnen wir viel Kraft. Diese können wir einsetzten, um uns zu wehren gegen die „Elite“, die uns mit ihrem Konkurrenzdenken manipuliert und uns zu Robotern machen will, die wie ferngesteuert durchs Leben gehen und ihre Profitgier befriedigen sollen. Verbinden wir uns mit Menschen, die mit uns zusammenarbeiten wollen, um für das Fortbestehen dieser Welt zu kämpfen! Die Natur ist uns Vorbild. In Familien und Schulen können Kooperation bestens vorgelebt und gepflegt werden; dies fernab von Konkurrenzdenken! Wir müssen nicht gleich den Planeten retten. Schaffen wir es schon, in unserem direkten Umfeld durch Kooperation und gegenseitige Hilfe etwas zu bewegen, sind wir auf dem guten Wege. Wie immer fängt der Wandel bei uns selbst an.


29.01.2019

E-Cargo-Bike zu mieten – Kinder und/oder Gepäck mit Carvelos transportieren

Seit dem 25. Mai 2018 gibt es in Grenchen eine umweltfreundliche Transportlösung: elektrische Cargo-Bikes oder Carvelos von carvelo2go. Diese lassen sich via App oder über die Sharingplattform www.carvelo2go.ch zum günstigen Stundentarif mieten.

Ideal für den Wocheneinkauf, Möbeltransport oder Veloausflug ins Grüne. Die meisten von uns benutzen für diese Aktivitäten ein Auto.  In Grenchen stehen die beiden neuen E-Carvelos bei Bücher Lüthy an der Bettlachstrasse 8 sowie bei Velo Süd an der Bahnhofstrasse 54 zum Abholen bereit. Gesponsert wurden sie von der TCS-Sektion Solothurn.


Foto: Stockbyte - thinkstockphotos.com
Foto: Stockbyte - thinkstockphotos.com

28.01.2019 - jp

Vom „guten Altern“

„Ruhestand“ scheint nicht mehr die passende Bezeichnung zu sein für die Zeit, die dem aktiven Berufsleben folgt. Das Bild des Rentners im Sessel gehört definitiv der Vergangenheit an. Es scheint, dass es älteren Menschen noch nie so gut gegangen ist wie heute. So sind die meisten körperlich fit, haben eine hohe Lebenserwartung und sind aktiv im Gesellschaftsleben mit dabei. „Senioren“ reisen, trainieren, daten, studieren, surfen auf Internet, treiben Unfug mit den Enkeln, singen im Chor und geniessen den neuen Lebensabschnitt. Selbstverantwortung, Selbstverwirklichung und aktives Altern sind Begriffe, die des Öfteren zu lesen und zu hören sind. Auch ältere Menschen wollen weiterhin wahrgenommen werden und dies nicht nur als Senioren und Grosseltern. Dies birgt Chancen für sie selbst und auch für die Gesellschaft. Die Freiwilligenarbeit bei Senioren hat in sehr vielen Bereichen sehr stark zugenommen. Doch entspricht dieses Bild wirklich der Realität oder werden viele Probleme ausgeblendet? Ganz so einfach ist es in der Tat nicht und zwischen all die positiven Bilder in Bezug auf das „gute und aktive Altern“ drängt sich eine andere Realität: Es geht nicht allen so gut und eine einseitige Betrachtung des Altersbildes ist wirklichkeitsfern. Im neuen Lebensabschnitt wird sich der Mensch auch der Verletzlichkeit seines Lebens bewusst. Nicht selten werden gebrechliche und kranke Menschen diskriminiert und nicht mehr in ihrer Menschenwürde betrachtet. Die Gesellschaft geht mehr und mehr von selbstbestimmtem und aktivem Altern aus und genau dies hält die Menschen, die es nötig haben, oft davon ab, auch Hilfe anzunehmen. Sie fühlen sich „geurteilt“ und empfinden es als Scheitern, Hilfe zu brauchen. Dabei gehört das Angewiesen sein auf andere einfach zum Leben, zum Menschsein und ist keine „Besonderheit“ im Alter. Des Weiteren kommt die bessere Lebensqualität nicht allen älteren Menschen zugute. Das Problem Altersarmut wird gerne totgeschwiegen, ist jedoch Realität. Gemäss Untersuchungen benötigen rund 12% der Pensionierten in der Schweiz Ergänzungsleistungen. Gründe für diese Altersarmut gibt es viele und oft werden die Weichen zum „guten Altern“ bereits in der Kindheit gestellt. Ein Grund mehr, dass Familien unbedingt gestärkt werden müssen. Es braucht also mehr für „aktives Altern“ als die durchaus erfreulichen Bilder von Rentnern, die surfen, daten, lachen und das Leben geniessen. Uns bleibt viel Arbeit; das Bewusstsein, dass das Altersbild immer von mehreren Seiten betrachtet werden muss, kann ein erster Schritt dazu sein. Rahmenbedingungen für gutes Altern müssen gemeinsam geschaffen werden. Ergänzend zur Schlüsselrolle des Staates kann jeder von uns dazu beitragen; sei es in Form von Unterstützung und Betreuung durch die Familie, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenarbeit, Vorbild für unsere Kinder u.v.m. Wenn es auch im Alter mehr Gerechtigkeit geben soll, muss früh begonnen werden. Es braucht für die Familien bessere Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren, die Förderung der frühkindlichen Bildung und auch Unterstützung der Familien in der Betreuung von Angehörigen. Nicht zuletzt braucht es immer gewillte, kompetente und empathische Menschen, die ihre Rolle mit Würde und Respekt wahrnehmen.


27.01.2019 - ad

Mehr Sozialkompetenz

Alles wird automatisiert und der Mensch wird scheinbar bald komplett durch Computer ersetzt werden. Vor allem im Berufsleben. Die Grundlagen für vielversprechende Jobs müssen bereits in der Schule vermittelt werden, soviel steht fest. Wenn also der Computer immer mehr übernimmt, wenn immer mehr automatisiert wird, dann muss sich die Schule um das kümmern, was nicht automatisierbar ist. Um die menschliche Seite, die wichtige(re) Seite.

Dies bedeutet, dass man trotz Digitalisierung beispielsweise mehr musiziere, tanze, spiele usw. So wird Sozialkompetenz und Kreativität geübt und ausgebaut. Das sind überfachliche Kompetenzen, diese werden auch wichtig sein für die Berufe, die erst noch erfunden werden. Und dies geht jeweils sehr viel schneller, als man zu glauben wagt.

Empathie und Kreativität sind gefragt, in allen Belangen für eine bessere Zukunft. Wünschen wir uns, dass dies der Schule und auch letztlich der Gesellschaft gelingt. Träumen sei erlaubt...


26.01.2019

Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri, tritt erneut nach Grenchen

Kurt Fluri stellte sich bei der Motion der SP Solothurn an der letzten Gemeinderatssitzung auf die Seite der Bürgerlichen und brachte diese durch seinen Stichentscheid im 30-köpfigen Gemeinderat zu Fall. Er warnte davor, vermehrt Sozialwohnungen zu planen, da dies Leute anziehe, die die Sozialhilfekosten in die Höhe treiben würden, und das wolle er nicht. Einmal mehr wies er dabei auf das Beispiel Grenchen. Wohlgemerkt in negativem Kontext, obschon sich grundsätzlich die Hilfe für Menschen nur positiv darstellen lässt.

Es ist schade und mutet etwas eigenartig an, dass ein Mensch in diesem Amt solche untragbaren und weitreichenden Meinungen vertritt. Kaum erstaunlich ist dann auch, dass die Haltung des Stadtpräsidenten vielerorts scharf kritisiert wurde. Scheinbar gibt es immer noch, oder immer mehr Leute, die glauben, dass Sozialhilfebezüger, Menschen zweiter Klasse sind. Eine Gesellschaft spiegelt sich immer so, wie sie sich gestaltet. Schuld tragen alle zusammen.

 

Es ist schön festzustellen, dass das Stadtpräsidium Grenchens zum Glück, nebst der grossen Problematik um die Sozialen Dienste, in Grenchen immer darum bemüht ist, menschenwürdige Zustände für alle zu schaffen und bewahren.

Gut auch die Reaktion unseres Stadtpräsidenten François Scheidegger auf dieses Thema angesprochen, auf eine Reaktion auf Kurt Fluris erneuten Angriff zu verzichten.


24.01.2019

Kinderfreundliche Gemeinde

Die UNICEF Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» (KFG) fördert gezielt die Steigerung der Kinderfreundlichkeit im nächsten Lebensumfeld der Kinder. Gemeinden haben die Möglichkeit, eine Standortbestimmung durchzuführen und mit dem Label «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet zu werden.

 

Kinderfreundlichkeit zeigt sich darin, wie die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung, Gleichbehandlung und Anhörung in folgenden Bereichen umgesetzt werden:

  • Verwaltung und Politik
  • Schule
  • Familienergänzender Betreuung
  • Kinder- und Jugendschutz
  • Gesundheit
  • Freizeit und Wohnumfeld

Die UNICEF Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» ermöglicht es Gemeinden in der Schweiz und Liechtenstein erstmals, eine Standortbestimmung zur Kinderfreundlichkeit durchzuführen und sich um die Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» zu bewerben.

 

Welches sind die Schritte auf dem Weg zur Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde»?

  • Beantwortung eines Fragenkatalogs (Standortbestimmung)
  • Veranstaltung eines Workshops/einer Zukunftswerkstatt mit Kindern und Jugendlichen
  • Formulierung eines Aktionsplans
  • Evaluation der Gemeinde vor Ort
  • Auszeichnung mit dem Label «Kinderfreundliche Gemeinde»

 

Welche Vorteile hat die Gemeinde?

  • Steigerung der Kinderfreundlichkeit im Rahmen eines fachlich gut abgestützten und standardisierten Verfahrens
  • Analyse der Ist-Situation zu allen Politbereichen (Standortbestimmung)
  • Aufzeigen von Entwicklungspotential als Grundlage für die weitere Planung
  • Sicherstellung des Einbezugs der Kindersicht
  • Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen in der Gemeinde
  • Steigerung der Attraktivität der Gemeinde (Standortmarketing)

Die Stadt Grenchen hatte bereits im 2018 die frohe Botschaft erhalten, dass die UNICEF-Arbeitsgruppe entschieden hat, der Gemeinde für ihre Kinder- und Jugendarbeit das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» zu verleihen. Mit dieser Auszeichnung hat die Stadt Grenchen in einem vierstufigen Prozess die letzte Bedingung für die Verleihung, nämlich den Evaluationstag durch die UNICEF, souverän gemeistert. Am Evaluationstag wurden Anfang Juni die Massnahmen für den Aktionsplan für die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Grenchen 2018 - 2021, in verschiedenen Gesprächen mit Fachexperten aus den Abteilungen der Stadtverwaltung, durch eine externe Evaluatorin und eine Vertreterin von UNICEF geprüft.

In ihrer Nachricht an Grenchen schrieb UNICEF: „Die Stadt Grenchen befindet sich auf einem sehr spannenden und wertvollen Weg für die Kinder und Jugendlichen in ihrer Gemeinde“. Für Stadtpräsident François Scheidegger ist damit ein weiteres Ziel auf dem Weg zur attraktiven Wohnstadt erreicht.


24.01.2019 - jp

Grenzen

Kinder und Jugendliche suchen immer wieder ihre Grenzen. An uns, ihnen solche auch zu setzen, denn dies ist überaus wichtig für ihre Entwicklung. So liest und hört man es immer wieder und niemand zweifelt eigentlich daran. Aber mit den Grenzen ist das so eine Sache. So kann man sich beispielsweise die Frage stellen, ob nur Kinder Grenzen brauchen und wie Erwachsene damit umgehen. Sind nicht auch die Erwachsenen immer wieder auf der Suche nach Grenzerfahrungen? Sind diese wichtig, wertvoll, eher sinnlos und sogar gefährlich?

 

Beim Thema „Grenzerfahrungen“ drängen sich unverzüglich Bilder von Extremsportarten und Adrenalinkick auf, denn daran lassen sich diese Erfahrungen bestens veranschaulichen. Wenn vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird, spricht man von einem Adrenalinstoss. Dieser wird vor allem von Sportlern genutzt, um Höchstleistungen zu erzielen. Ein solcher Adrenalinstoss versetzt einige Menschen in eine Art Rauschzustand, der durchaus Suchtpotential haben kann. So treibt der Drang nach einem Adrenalinkick viele Menschen zu ausgefallenen Hobbies. Sie springen aus Flugzeugen, von Kränen, Klippen, tanzen auf Hochhäusern herum, laufen zum Nordpol oder zum Südpol, starten einen Marathon bis nach Athen usw. Sie scheuen weder den höchsten Berg noch die steilste Wand und auch die tiefste Schlucht scheint sie nicht zu bremsen. Ihr Hobby kann dabei Freizeitvergnügen sein, aber auch zu Sport und Passion werden. Einige Menschen machen ihren Beruf daraus und andere schreiben Bücher darüber. Warum suchen diese Menschen das extreme Erlebnis, den Thrill? Vermissen sie etwas in ihrem Leben oder wollen sie einfach diesen Kick erleben? Brauchen sie Futter für ihre Seele, werden sie gar abhängig, physisch und psychisch? Auf diese Fragen gibt es natürlich viele verschiedene Antworten und letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was daran Sinn oder Unsinn ist. (Über Sinn und Unsinn solcher Aktionen lässt sich durchaus streiten) Eine mögliche Antwort könnten die Glückshormone sein, (körpereigene Endorphine), die während der „Thrillerlebnisse“ ausgeschüttet werden. Deren euphorische Wirkung ist durchaus angenehm und verlangt nach „mehr“. Weiter kann man sich fragen, ob ganz einfach „normal sein“ in unserer Gesellschaft, wo Egozentrismus und Genusssucht stetig steigen, nicht mehr in ist?! Zeit mit Familie und Freunden verbringen, in Natur oder daheim scheint nicht mehr Mode zu sein. Natürlich muss Spass sein und die zunehmende Freizeit benötigt auch neue Formen. Es ist auch klar, dass Grenzerfahrungen zum menschlichen Leben gehören und seine Grenzen kennen zu lernen, durchaus bereichernd sein kann. Dagegen ist bestimmt nichts einzuwenden. Immer wieder liest und hört man auch, dass jeder frei sei, die Erfahrungen zu machen, die er will und die ihn weiterbringen. Ja, die vielgepriesene Freiheit! Eines sollte man bei aller Freiheit nicht ausser Acht lassen: Auch auf dem höchsten Gipfel ist man nicht allein; man ist Partner/in, Elternteil, Freund/in, Arbeitskollege/in, Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, Mitmensch usw. So bringt man auch bei sogenannt kalkuliertem Risiko nicht nur sich selber in (Lebens)Gefahr. Die Zeit, die man ausserdem fernab von Familie und Freunden verbringt, ist beachtlich und kann niemals nachgeholt werden. Wie steht es bei all dem mit den Werten, für die sich das Leben auch für die nächsten Generationen lohnt? Was bringen Extremerlebnisse der Gemeinschaft? Das Ziel, den existentiellen und lebensnahen Fragen in unserer Gesellschaft wieder den verdienten Stellenwert zu geben, ist durchaus ehrbar. Könnte ein Teil der Energien, die der Suche nach dem Thrill und dem Extremen gewidment werden, nicht auch für sinnhafte, zwischenmenschlich wertvolle und nützliche Projekte eingesetzt werden?


Bild: Dominic Baumann
Bild: Dominic Baumann

24.01.2019

Das Zeugs mit dem Plastiksäckli

In der Schweiz wird seit einigen Monaten und immer noch über Plastiksäckli im Supermarkt diskutiert und über die Auswirkungen von dem unsäglichen Foodwaste. Natürlich ist auch immer und omnipräsent das Thema Klimawandel und das des persönlichen Fussabdrucks zu lesen und hören. Eigentlich sollte man annehmen dürfen, dass in der Schweiz ein riesiges ökologische Bewusstsein herrscht. Doch weit gefehlt!

In der Schweiz fallen 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall jährlich an. Damit sind wir auf Platz 3 weltweit!

Den grössten Anteil generiert die Bautätigkeit. und die stetig steigenden Siedlungsabfälle, also derjenige Müll, den jede und jeder von uns täglich produziert.

Gemäss der neusten Erhebung des europäischen Statistikamts Eurostat produziert jede Schweizerin und jeder Schweizer jährlich 706 Kilogramm Abfall. Vor gut zwanzig Jahren waren es noch 100 Kilo weniger. Die OECD kritisiert die Konsumgewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer massiv in ihrem letzten Umweltprüfbericht. Das Recycling sei zwar wirksam gefördert worden, es bestehe aber ein erhebliches Verbesserungspotenzial in Bezug auf die Verminderung der Siedlungsabfälle. Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft gibt es also noch viel Luft nach oben. Phuuu.


23.01.2019

Neues Gartenatelier
Wie die Rodania Stiftung für Schwerbehinderte in Grenchen auf ihrer Facebook-Seite verlauten lässt, wurde im Januar die Arbeit im neuen Gartenatelier aufgenommen. Noch ist die Gartenarbeit draussen im Winterschlaf. Doch bereits wird drinnen eifrig gearbeitet. Es wird ausgesät, Pflanzen werden vermehrt und die Nüsse vom Stiftungseigenen Baum werden für feine Kuchen aus dem Backatelier geöffnet.
Die Tage werden merklich schon länger - man freue sich bereits jetzt auf die Aktivitäten draussen.


23.01.2019

Politik schweigt sich geschlossen aus zur Sozialhilfe Willkür und Ungerechtigkeiten

Im derzeitigen politischen Klima kommen die Rechte von SozialhilfebezügerInnen zunehmend unter die Räder. Zudem kämpft man schweizweit gegen Willkür, Launen, unrechtmässige Kürzungen, Drohungen, Beleidigungen seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialen Dienste. Die Arroganz und Willkür ist klar erkennbar. Wir berichteten bereits am 18.1.2019 ausführlich. In diesem Zusammenhang hat diese Zeitung am selben Tag jeden Gemeinderat Grenchens persönlich um eine Stellungnahme gebeten. Bisher schweigen sich diese allerdings geschlossen aus. Unverständlich, könnten sie doch zu einigen Fragen aufklärend und positiv einwirken. Oder ist das gemeinsame Schweigen ein Hinweis darauf, dass das Problem doch endlich auch im Gemeinderat angekommen ist? Hoffen wir, dass es nicht andere Gründe hat, etwa solche einer "unter den Teppich kehrenden" Absicht. Die Ärmsten unserer Gesellschaft haben Anrecht darauf, ernst genommen zu werden und bei auftauchenden Fragen und Problemen auch von der Politik wahrgenommen zu werden, um Hilfe zu bieten, wo diese dringend erforderlich ist. Dafür sind die Gemeinderäte u.A. schliesslich gewählt.

Wir bleiben weiterhin an diesem Thema dran und melden uns baldigst vielleicht auch mit einem Statement eines Gemeinderates, sollten wir einen finden, der Mut hat seinen Job zu tun.


23.01.2019 - mm

Standortbestimmung und Förderung Angebot für die Schulen (Online)

Die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn führen in Zukunft gemeinsame Leistungstests (Checks) in der 3. und 6. Klasse der Primarschule sowie in der 2. und 3. Klasse der Sekundarstufe I durch und stellen den Schulen eine Aufgabensammlung für kompetenzorientiertes Fördern und Lernen zur Verfügung. Wir haben einen entsprechenden Informationsabend in Grenchen besucht.

Testen, um zu lernen – Die Checks ermöglichen eine Standortbestimmung in Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik und in den Naturwissenschaften. Die Check-Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler bilden die Ausgangslage für gezieltes Fördern und Lernen. Zu den Check-Ergebnissen gehören auch Klassen- und Schulrückmeldungen, die für die Unterrichts- und Schulentwicklung genutzt werden können.

Aufgabensammlung „Mindsteps“ – Die Aufgabensammlung enthält eine grosse Anzahl an Lern- und Prüfungsaufgaben, die nach Kompetenzbereich, Kompetenz und Kompetenzstufe geordnet sind und auf unterschiedliche Art zu Lerneinheiten und Prüfungen zusammengestellt werden können. Die Aufgabensammlung steht auf dem Portal www.mindsteps.ch zur Verfügung.

Lernen innerhalb und ausserhalb der Schule – Die Aufgabensammlung steht sowohl den Lehrerinnen und Lehrern als auch den Schülerinnen und Schülern unbeschränkt zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler können sie in der Schule und zu Hause zur Unterstützung des Lernens nutzen.

Lernen sichtbar machen Feedback – Kompetenzorientiertes Lernen und Feedback zum Lernfortschritt gehören zu den wirksamsten Bedingungen des Lernerfolgs. Gemäss der bisher umfangreichsten Studie des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie1 zur Wirkung der Schule haben folgende Faktoren die grösste Bedeutung für den Lernfortschritt:

  • die regelmässige Einschätzung des aktuellen Leistungsstandes durch die Schülerinnen und Schüler,
  • die altersgerechte Gestaltung des Unterrichts entsprechend der kognitiven Entwicklung der Kinder und
  • die ständige Erhebung des Lernfortschritts sowie die direkte Rückmeldung der Ergebnisse an die Schülerinnen und Schüler.

Kompetenzorientierung – Auch der Lehrplan 21 orientiert sich am kompetenzorientierten Lernen und Unterrichten. Ein kompetenzorientierter Unterricht muss unter anderem klar und deutlich erkennbar machen, was gelernt werden soll, und dem individuellen Stand der Schülerinnen und Schüler entsprechen, damit die Lernmotivation erhalten bleibt.

Einheitliche curriculare Grundlage – Checks und Aufgabensammlung sind Instrumente, die den Schülerinnen und Schülern zugutekommen sollen und im Einklang mit den Erkenntnissen der Bildungsforschung stehen. Nationale Bildungsziele, Lehrpläne, Lehrmittel und Schulleistungstests werden auf eine gemeinsame inhaltliche Basis gestellt. Allen gemeinsam ist, dass sie kompetenzorientiert, also auf das individuelle Wissen und Können der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sind.

Fair beurteilen Klassenübergreifend beurteilen – Die Beurteilung der Schülerleistungen gehört zu den grundlegendsten und zugleich schwierigsten Aufgaben der Schule. Lehrerinnen und Lehrer sind nicht davor gefeit, sich bei der Beurteilung von sachfremden Kriterien beeinflussen zu lassen. Bei der Beurteilung weit stärker ins Gewicht fällt allerdings, wenn keine einheitlichen curricularen Grundlagen und Instrumente genutzt werden und sich die Beurteilung einzig am Klassenverband orientiert.

Transparente Kriterien – Mit den nationalen Bildungszielen und dem Lehrplan 21 steht eine inhaltliche Grundlage zur Verfügung, auf die sich die Checks und die Aufgabensammlung bezieht. Während die Checks eine Standortbestimmung mit Informationen über die erreichten Ziele im Vergleich zu allen Schülerinnen und Schülern des Bildungsraums Nordwestschweiz ermöglichen, lässt sich mit der Aufgabensammlung der Lernfortschritt im Unterricht regelmässig überprüfen. Kompetenzorientiertes Fördern und Lernen verlangt eine kompetenzorientierte Beurteilung.

Schultypenunabhängig beurteilen – Je differenzierter und durchlässiger ein Schulsystem ist, desto wichtiger ist eine schultypenunabhängige Beurteilung, die sich an Kompetenzen orientiert. Die Beurteilungsprobleme sind insbesondere auf der Sekundarstufe I gross, weil die Anforderungen nur über Schultypen, nicht aber über Kompetenzen definiert sind. Die Einteilung der Schülerinnen und Schüler in Schultypen ist immer mit einer gewissen Unschärfe behaftet. Umso wichtiger ist es, dass sich Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Schultyp entwickeln können und dass ihre Fähigkeiten in einem schultypenunabhängigen Vergleich beurteilt werden. Mit der Nutzung der Checks und der Aufgabensammlung soll die mehrheitlich an der Klasse orientierte Beurteilung ergänzt werden.

Ganzheitliches Konzept Externe Beurteilung der Schreibkompetenzen – Weil am Computer nicht sämtliche Kompetenzen getestet werden können, enthalten die Checks auch papierbasierte Tests, beispielsweise für die Beurteilung der Schreibkompetenzen. Die Schreibkompetenzen werden von speziell geschulten Personen (Lehrerinnen und Lehrern, Studierenden der Germanistik, Romanistik oder Anglistik) beurteilt.

Standardisierte Aufgabenstellungen und Beurteilungsraster – In der Aufgabensammlung werden den Lehrerinnen und Lehrern erprobte Aufgabenstellungen für die Beurteilung des Schreibens und Sprechens zur Verfügung gestellt. Zur Beurteilung von Texten und Sprechproben werden Beurteilungsraster sowie Text- und Sprechbeispiele von Schülerinnen und Schülern (Ankerbeispiele) zur Verfügung gestellt. Eine Erprobung dieses Verfahrens im Kanton Aargau hat gezeigt, dass durch ein solches Vorgehen eine zuverlässige Beurteilung der Schreib- und Sprechkompetenzen erreicht werden kann.

 

Zwei Instrumente – ein Ziel Gemeinsamkeiten – Checks und Aufgabensammlung bilden eine Einheit:

  • Checks bestehen aus Testaufgaben, die Aufgabensammlung besteht aus Prüfungs- und Lernaufgaben. Test-, Prüfungs- und Lernaufgaben beziehen sich auf die gleiche curriculare Grundlage und auf die gleiche Metrik (kompetenzorientierte Skala zur Beurteilung der Leistungen).
  • Die Aufgaben werden von speziell geschulten Lehrerinnen und Lehrern entwickelt sowie von Expertinnen und Experten für Fachdidaktik und Leistungsmessung begutachtet.
  • Das Lösen von Test-, Prüfungs- und Lernaufgaben führt zu Ergebnisrückmeldungen, in denen der individuelle Lernstand nach Kompetenzbereich und Kompetenzstufe ausgewiesen wird.
  • Die Ergebnisrückmeldungen des computerbasierten Lernens und Prüfens beziehen sich auf die Check-Ergebnisse und lassen sich mit diesen vergleichen. Lernfortschritte können somit zuverlässig überprüft und auf einer einheitlichen Skala beurteilt werden.

Unterschiede – Der Unterschied zwischen den Checks und der Aufgabensammlung liegt in der Handhabung der Aufgaben:

  • Checks werden aus Testaufgaben zusammengestellt. Testaufgaben sind vertraulich und stehen weder den Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht noch den Schülerinnen und Schülern für das Lernen zur Verfügung.
  • Die Prüfungsaufgaben werden ausschliesslich für die Lehrerinnen und Lehrer entwickelt. Diese können die Aufgaben zu Prüfungen zusammenstellen und im Unterricht der ganzen Klasse oder einzelnen Schülerinnen und Schülern vorlegen.
  • Die Lernaufgaben werden für die Lehrerinnen und Lehrer und die Schülerinnen und Schüler entwickelt. Lehrerinnen und Lehrer können aus den Lernaufgaben Lerneinheiten zusammenstellen und der ganzen Klasse oder einzelnen Schülerinnen und Schülern zuweisen. Schülerinnen und Schüler können eine bestimmte Anzahl Lernaufgaben auswählen, die ihrem Lernstand entsprechen, und anschliessend lösen.
  • Während die Checks viermal während der obligatorischen Schulzeit durchgeführt werden, steht die Aufgabensammlung den Lehrpersonen sowie ihren Schülerinnen und Schülern unbeschränkt zur Verfügung.

Entwicklungsorientierte Atmosphäre – Damit die Checks und die Aufgabensammlung entsprechend ihrer pädagogischen Intention eingesetzt werden und Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen den Mehrwert erkennen,

  • sind die Check-Ergebnisse als Ausgangspunkt eines Förder- und Entwicklungsprozesses zu interpretieren;
  • wird eine förder- und entwicklungsorientierte Atmosphäre in Schule und Unterricht vorausgesetzt;
  • sind die kantonalen Regeln zum Umgang mit den Check-Ergebnissen einzuhalten.

Wissenschaft und Schulpraxis – Die Checks und die Aufgabensammlung werden gemeinsam von einem grossen Team von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Schulpraxis entwickelt. Sowohl Lern- und Prüfungsaufgaben als auch Testaufgaben werden von speziell geschulten Lehrerinnen und Lehrern entwickelt sowie von Expertinnen und Experten für Fachdidaktik und Testpsychologie (Psychometrie) begutachtet.

Rückmeldungen aus der Schulpraxis – Die Informatiklösung für die Checks und die Aufgabensammlung wird in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt. Sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler testen neue Entwicklungen und geben wertvolle Rückmeldungen zur Benutzerfreundlichkeit.

 

Tests sollen objektiv messen – Damit ist gemeint, dass das Testergebnis einzig von der Kompetenz einer Schülerin oder eines Schülers abhängt, nicht aber von der Person, die den Test durchführt oder auswertet. Aus diesem Grund werden Leistungstests nach standardisierten Anleitungen durchgeführt. Beispielsweise wird klar festgehalten, welche Hilfestellungen den Schülerinnen und Schülern beim Ausfüllen der Tests gegeben werden und wie viel Zeit für die Bearbeitung des Tests zur Verfügung steht. Auch die Korrektur der Tests erfolgt nach eindeutigen Kriterien. Vor allem Aufgaben in Form von offenen Fragen oder Aufsätzen stellen hohe Anforderungen an die korrigierende Person. Unter Anwendung klarer Kriterien lassen sich auch schriftliche oder mündliche Beiträge objektiv korrigieren.

Tests sollen genau messen – Damit ist gemeint, dass das Testergebnis möglichst präzis und fehlerlos zustande kommt. Das Testergebnis soll beispielsweise nicht von Ort oder Zeit der Durchführung abhängen. Eine genaue Messung setzt zudem voraus, dass der Test eine genügend grosse Anzahl von Aufgaben enthält. Es wäre unfair, sich aufgrund von sehr wenigen Aufgaben ein Bild über die Kompetenzen einer Schülerin oder eines Schülers zu machen. Die Aufgaben sollten zudem das gesamte Fähigkeitsspektrum umfassen, sodass zuverlässige Aussagen über die Kompetenzen von besonders guten sowie von eher schwachen Schülerinnen und Schülern möglich werden.

Tests sollen valide messen – Damit ist gemeint, dass der Test genau das misst, was er zu messen vorgibt. Die einzelnen Aufgaben des Tests müssen der zu messenden Kompetenz entsprechen und diese auch zuverlässig repräsentieren. Für die Checks bedeutet dies beispielsweise, dass die Aufgaben dem Lehrplan und den Lehrmitteln der Kantone des Bildungsraums entsprechen. Ob ein Test gut ist, kann streng genommen aber nur über die Nutzung der Testergebnisse festgestellt werden. Ein Test ist dann gut, wenn Testergebnisse angemessen interpretiert und Entscheidungen aufgrund der Testergebnisse rational nachvollziehbar sind.

Chancen der Leistungsmessung – Standortbestimmungen mit Hilfe von Tests führen vor allem dann zu einer Leistungssteigerung bei den Schülerinnen und Schülern, wenn die Ergebnisse für die individuelle Ausrichtung des Lernens im Unterricht und für die Schulentwicklung genutzt werden. Wären die Check-Ergebnisse hingegen mit Konsequenzen (High Stakes) für Schulen sowie Lehrerinnen und Lehrer verbunden, dann würde der erwartete Nutzen nicht eintreten. Die Check-Ergebnisse sollen deshalb ausschliesslich für die individuelle Förderung und die Unterrichtsentwicklung genutzt werden.

 

Vorbehalte gegenüber Tests – Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Leistungsmessung mit dem Ziel der individuellen Förderung und der Unterrichtsentwicklung in der Lehrerschaft auf breite Akzeptanz stösst. Es werden von Lehrerinnen und Lehrern aber auch immer wieder Vorbehalte gegenüber Leistungstests angebracht, die ernst zu nehmen sind:

  • Schulen verfolgen verschiedene Ziele, die mit Leistungstests nie angemessen berücksichtigt werden können.
  • Leistungstests orientieren sich an einfach messbarem Wissen, höhere Verstehensleistungen können nicht erfasst werden, weshalb diese im Unterricht vernachlässigt werden.
  • Leistungstests führen zu einer Verschlechterung der Unterrichtsqualität, weil Lehrpersonen ihren Unterricht nach den Tests ausrichten (‚teaching to the test‘).
  • Leistungstests führen bei den Schülerinnen und Schülern zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Stress und Angst; die Arbeitsatmosphäre verschlechtert sich.
  • Der Vergleich von Ergebnissen in Leistungstests zwischen Klassen ist nicht fair, weil sich die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen nie zu hundert Prozent ausgleichen lassen.

Angemessener Einsatz – Sämtliche Vorbehalte sind zum Teil berechtigt und ernst zu nehmen. Es ist beispielsweise unbestritten, dass sich die Checks nicht nur auf einfach messbare Leistungen beschränken dürfen. Die in der Schule vermittelte Leistung ist ohne Zweifel mehr als das, was gemessen werden kann. Dass auch schwer messbare Leistungen von Bedeutung sind, versteht sich von selbst. Wir gehen davon aus, dass Schulen und Lehrpersonen die Checks entsprechend der pädagogischen Intention nutzen und wie bei anderen Beurteilungsinstrumenten Vor- und Nachteile kennen.


22.01.2019

Der Schild-Laden wird bereits erweitert

Wie die Leitung des Grenchner Schildes bekanntgegeben hat, wurde der Schild-Laden bereits um einen zusätzlichen Raum erweitert. Der neue Raum wird Platz bieten für Kleider und Non-Food-Artikel und der bisherige für Lebensmittel und Spielsachen. Somit könne der Grenchner Schild auch wieder Artikel aufnehmen, was aus Platzmangel die letzten zwei Wochen nicht mehr möglich war. Zudem könne mit dem zusätzlichen Platz auch etwas Übersicht über das Angebot geschaffen werden. Freude herrscht. Dieser Umstand ist dem Maxiladen Inhaber Hüseyin Akduman zu verdanken, welcher sehr positiv und aktiv zum Grenchner Schild steht.

www.grenchner-schild.ch


Bildquelle www.soft-skills.com
Bildquelle www.soft-skills.com

20.01.2019 - jp

Empathie – Modewort oder Schlüssel zum Glück ?

„Empathie“ ist in aller Munde. Wo eine Mehrheit darauf schwört, dass nur mehr Empathie die Welt zu einer besseren wandeln kann, hört man andere Stimmen, die überzeugt sind, dass es sich um einen Modebegriff handelt, der unberechtigterweise hochgepriesen wird, dessen Einfluss auf das „Schicksal“ der Welt jedoch weit geringer ist als häufig suggeriert. Das Wort „Empathie“ hat in den letzten Jahren unbestritten Karriere gemacht. So liest und hört man, der Smartphone-Generation komme dieses Gefühl immer mehr abhanden, zwischen Reich und Arm würde der „Empathie-Graben“ immer tiefer, Psychopathen würden es kurzerhand ausschalten, Kindern solle es vorgelebt werden und Elefanten und Nagetiere hätten es schon. Auch wenn es für das Phänomen „Empathie“ verschiedene Erklärungen und Meinungen gibt, sind sich alle zumindest über die Begriffserklärung einig: Empathie bedeutet die Fähigkeit, sich in andere Personen zu versetzen, um zu verstehen, was diese fühlen. An sich scheint dies eine einfache Angelegenheit zu sein. Die Mechanismen, die dahinter stecken, sind jedoch etwas komplizierter. Dies erklärt, weshalb sich Empathie in den letzten Jahren für Erziehungsexperten, Soziologen, Psychologen und Philosophen zu einem beliebten Forschungsthema entwickelt hat. So unterscheiden sie meist zwischen emotionaler Empathie, dem Mitgefühl, das Menschen spüren, wenn sie das Gleiche wie andere empfinden, kognitiver Empathie als Fähigkeit, neben den Emotionen auch die Beweggründe und Gedanken anderer Menschen zu erraten; zum Bespiel aufgrund nonverbaler Botschaften; und sozialer Empathie. Die letztere Form bedeutet, das Verhalten von Gruppen oder Organisationen nachvollziehen zu können; dies unabhängig von deren Kultur, Alter oder sozialen Status. Alle Formen haben gemeinsam, dass beim mitfühlenden Menschen die gleichen Hirnareale aktiviert werden wie beim Gegenüber; dieser fühlt also im wahrsten Sinne des Wort mit, was im Kopf des Gegenüber abläuft. Eine grundlegende Bedingung dafür ist demnach sich selber zu spüren, sich seiner Emotionen bewusst zu sein und diese zu kennen. Empathie scheint eine angeborene Fähigkeit zu sein, die jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen weiter gedeihen kann. So müssen dem Kind Gefühle und Mitgefühl vorgelebt werden, die „Intelligenz des Herzens“ will geschult sein. Wenn Eltern Kindern vermitteln, dass beispielsweise auch Gefühle wie Trauer und Frust zugelassen sind und diese auch nicht unterdrückt werden, können sie Mitgefühl entwickeln. Sensibilität bei Kindern zu wecken, trägt Früchte in ihr Erwachsenenleben und demnach in die Gesellschaft, in unsere Welt. Sind Kinder zum Beispiel gemein zueinander, helfen Strafen meist wenig. Hilfreicher ist es, sich mit dem Kind zusammenzusetzen und es zu fragen, wie es sich wohl an der Stelle des betroffenen Kindes fühlen würde. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit auf dessen Gefühle gelenkt. Das Kind lernt, dass es Verantwortung für sein Handeln tragen muss. Empathie macht unsere Kinder stark für ein erfülltes Leben mit sich selber und anderen. Ohne andere geht es nicht und mit Empathie fällt es leichter, miteinander zurechtzukommen. Neben dem Vorbild der Eltern, den Möglichkeiten, Empathie zu lernen und auszubauen, gibt es eine Anzahl praktischer Ratschläge, die Kindern helfen können, ihr Einfühlungsvermögen zu entwickeln:

 

Vorlesen und Geschichten erzählen: Wenn Kinder in die Welt anderer eintauchen können, ihre Erlebnisse teilen dürfen, ist dies immer spannend. Es fördert gleichzeitig das Verständnis dafür, was andere tun und fühlen.

 

Gefühle respektieren: Ein Kind, das erfährt, dass seine Gefühle in Ordnung sind, sein dürfen und respektiert werden, kann sich eher in die Gefühle anderer versetzen.

 

Regelmässiger Kontakt zu anderen Kindern: Im Miteinander lernen und fühlen

 

Familienton: Einander zuhören, ausreden lassen fördert das gegenseitige Verständnis.

 

Vorsicht vor brutalen Spielen und Filmen: Das Kind empfindet so Gefühle nach, die in ihm Angst und auch Aggressionen auslösen können.

 

All diese Gedanken lassen sich natürlich auch auf Schule und Arbeitswelt übertragen. So sind gute Noten in der Schule und übertriebenes Leistungsstreben bei der Arbeit eben nicht alles und Empathie soll und muss auch in diesen Bereichen ihren sicheren Platz innehaben. Der Gedanke, dass Empathie zwar angeboren ist, aber auch erlern- und ausbaubar ist, stimmt zuversichtlich. Doch zahlt sich Empathie immer aus oder hat auch sie ihre Schattenseiten? Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die sehr empathisch sind, deutlich mehr unter Stress, Depressionen und dem Gefühl von Hoffnungslosigkeit leiden als weniger einfühlsame. Zu viel Mitgefühl kann demnach auch Probleme schaffen; nämlich dann, wenn die Emotionen anderer vorwiegend negativ sind und wir sie auf uns selbst beziehen. Die richtige „Dosierung“ macht es aus. Je besser wir mit unseren eigenen Emotionen umgehen können, desto besser erkennen wir die Gefühle der anderen und den konstruktiven Umgang damit.

 

In dem Sinne ist auch Empathie kein „Allheilmittel“, das unsere Welt von heute auf morgen ändert. Zweifelsohne trägt sie jedoch in „sinnvoller Dosierung“ viel zum leichteren und besseren Zusammenleben bei. Es bleibt also zu hoffen, dass Empathie weiterhin in Mode bleibt und die „Intelligenz der Herzen“ auf der Karriereleiter noch etwas höher klettert.


18.01.2019

Sozialhilfe Willkür und Ungerechtigkeiten

Im derzeitigen politischen Klima kommen die Rechte von SozialhilfebezügerInnen zunehmend unter die Räder. Zudem kämpft man schweizweit gegen Willkür, Launen, unrechtmässige Kürzungen, Drohungen, Beleidigungen seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialen Dienste. Die Arroganz und Willkür ist klar erkennbar. Es lohnt sich, sich zu wehren. Denn wenn das Sozialamt Leistungen verweigert, wird die Situation für die Betroffenen mehr als brenzlig. Allerdings resignieren viele Betroffene: "Weil ich den Papierkrieg nicht bewältigen kann, muss ich seit Tagen hungern".

 

Das Sozialhilferecht ist äusserst komplex und daher für Laien oft nur schwer durchschaubar. Rechte und Pflichten ergeben sich zunächst aus der Bundesverfassung und den kantonalen Sozialhilfegesetzen und -verordnungen. Hinzu kommen die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS), die das soziale Existenzminimum definieren. Verbindlich aber werden diese erst durch die jeweiligen kantonalen Gesetzgebungen.

 

Organisationen kritisieren den fehlenden Rechtsschutz

Diverse Organisationen kritisieren den fehlenden Rechtsschutz im Bereich der Sozialhilfe – und versuchen, die bestehende Lücke zu schliessen. Die Kosten für einen Anwalt kann sich ein bedürftiger Mensch nicht leisten, damit spielen die Sozialen Dienste. Oft muss man bis vor Gericht ziehen, um einen Konflikt mit den Behörden zu lösen.

Nur in manchen Fällen reicht es aus, SozialhilfebezügerInnen oder Sozialarbeitende auf die bestehenden rechtlichen Grundlagen hinzuweisen, damit sie mit guten Argumenten fordern können, die Kürzung oder gar Einstellung der Sozialhilfe rückgängig zu machen. Allerdings ist dies eher selten, da meistens die Sozialen Dienste auf von ihnen erwiesenermassen unterlaufenen Fehler allergisch reagieren und deshalb leugnen oder verschleiern, um so nicht in den Verdacht zu geraten, mit System falsch zu entscheiden, oder gar Fehler eingestehen zu müssen.

Teilweise werden die Sozialen Dienste sogar von Leitern und Mitarbeitern in der Sozialkommission vertreten, die zur Kontrolle der Sozialen Dienste eingerichtet wurden. So auch in Grenchen. Eine Farce.

 

Kampf gegen Willkür

Wichtig ist und bleibt, den steten Kampf gegen diese Ungerechtigkeiten weiterzuführen und weitere Instanzen zu finden, die dabei helfen können. Die Politik muss endlich etwas tun gegen diese Willkür und sich ebenfalls aus dem Verdacht befreien, selbst diese Willkür zu stützen. Leider scheinen sich Bemühungen, die Politik einzuschalten, eher in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. 


17.01.2019

Freiburger Klasse macht Aktion für Grenchner Schild

„Grenchner Schild“ ist die Bezeichnung für die gemeinnützige Hilfsorganisation von Grenchen, die Lebensmittel und andere Artikel und Textilien, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet und ansonsten vernichtet werden würden, an Bedürftige gegen geringes Entgelt im „Schild-Laden“ abgibt.

 

Normalerweise handelt es sich hierbei um Produkte, die kurz vor dem Verfalldatum stehen, deren Verpackung beschädigt ist, die aus Überproduktionen stammen und qualitativ in einem guten Zustand sind. Der Grenchner Schild rettet Lebensmittel vor der Vernichtung und führt sie kostengünstig an armutsbetroffene Menschen in Grenchen.

 

Heute, 17.01.2019 erhielt der Grenchner Schild Post aus Tafers (Kanton Freiburg). Ein riesiges Paket mit überraschendem Inhalt. Als erstes sei einem direkt die wunderschön gestaltete Karte ins Auge gefallen. Darin zu finden eine handverfasste Erklärung zu dieser Aktion der OS Klasse 30, der OS Tafers. Ein eigens gestalteter Flyer lag ebenfalls bei, mit der vielsagenden Aufschrift: "Zu Schild-Kaffee passen ein wenig Freude, ein Lachen und ein gutes Wort am besten!".

Schlussendlich trat zu Tage, was die Schülerinnen und Schüler für das Schild-Kaffee des Grenchner Schildes geschafft haben. Zig Schokolade-Smileys wurden originell verpackt, beschriftet und verziert. Dort kann man Aufschriften finden wie: "Glaub an dich", "Du bist toll!", "Alles Gute!" usw.

Eine wunderschöne und herzberührende Aktion einer Klasse, die im Rahmen des Jahresthemas "OS Tafers, nicht von gestern; zusammen für eine starke Zukunft!" diese fantastische und freudenbringende Idee hatte und zusammen mit ihrer Lehrerin Patricia Jungo umgesetzt haben. Es bleibt zu hoffen, dass Schulen auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen und dazu beitragen helfen unsere Welt wieder etwas besser zu machen.

 

www.grenchner-schild.ch


17.01.2019 - mm

CrossFit Öuf Charity Event

Am Samstag 12. Januar 2019 veranstaltete das CrossFit Öuf in Zuchwil einen Team Wettkampf. Alle Teilnahmegebühren wurden vollumfänglich der rodania, Stiftung für Schwerbehinderte Grenchen gespendet.

Die Team Challenge bestand darin, verschiedene Disziplinen in einer Gruppe zu absolvieren. Rund 80 Athleten haben am Wettkampf teilgenommen und so konnte am Schluss des Anlasses ein Cheque von Fr. 3'100 an den Stiftungsratspräsidenten der rodania, Ronnie Dürenmatt und an Angelika Wyss, Öffentlichkeitsarbeit vom Inhaber des CrossFit Öuf, Dominique Bellabarba, übergeben werden.

 

Nach der Challenge wurde das Lokal Umgebaut und es fand das grosse Neujahrsfest mit über 130 Personen statt. Das «Restaurant Chutz» aus Langendorf hat alle Personen hervorragend verpflegt. Nach dem Essen wurde das Lokal zum Club inkl. Professioneller Beleuchtung umgebaut und es wurde bis lange in die Nacht getanzt und gefeiert.


Bild: mephisto976.de
Bild: mephisto976.de

17.01.2019

Männerbüro Grenchen

Unter dem Motto "Beratung versetzt Berge" ist das Männerbüro nun schon bald zwei Jahre aktiv.

Probleme, Sorgen und Krisen verändern das Leben, aber durchaus nicht nur negativ. Damit sich möglichst vieles positiv entwickelt, hilft gute und breitabgestützte Beratung.

Das Männerbüro Grenchen steht Männern jeder Altersgruppe beratend, begleitend und unterstützend zur Seite. In einer kritischen Lebenssituation oder in einer Umbruchphase befindet sich jeder Mann mindestens einmal im Leben. Im Gespräch werden immer zusammen individuelle Lösungswege und neue Perspektiven erarbeitet. Das Männerbüro steht aber auch für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien im Einsatz. In den letzten 12 Jahren wurden Familien, Jugendliche Männer und Väter durch den Leiter des Männerbüros erfolgreich begleitet und so kommt es auch, dass das Männerbüro über ein starkes Netzwerk verfügt. Mit vielen Partnern und Fachstellen arbeitet das Männerbüro bereits über ein Jahrzehnt zusammen.

 

Beratungen werden zB. in Konflikt- und Krisensituationen wie:

  • Konflikten in der Partnerschaft
  • Trennungen oder Scheidungen
  • Schwierigkeiten während der Trennung bzw. Scheidung
  • Fragen zur Vaterschaft und Alimentenzahlungen
  • Komplikationen im Bezug auf das Besuchs- und Sorgerecht
  • der Klärung der Unterhaltszahlungspflicht
  • Gewalt zu Hause und in der Öffentlichkeit
  • Cybermobbing und Mobbing

 Klienten werden zudem bei Fragen zu folgenden Themen unterstützt:

  • Rolle als Vater
  • Rolle als Mutter
  • Ehe- und Beziehungsproblemen
  • Männlichen Sexualität
  • Sexualität
  • Arbeitgeber

 

Weiter werden angeboten:

  • Essberatung, Ernährungstherapie
  • Personalcoaching
  • Erstberatung
  • Information, Orientierung
  • Unterstützung, Entscheidungshilfen und Klärungsprozess
  • Konfliktlösung, Verarbeitung und Mobbingprävention
  • Begleitung zu Gesprächen
  • Entwicklung von Strategien und Perspektiven
  • Neuorientierung, Laufbahnberatung und Coaching
  • Betriebsberatung

In der heutigen Zeit sind moderne Informations- und Kommunikationstechnologien nicht mehr wegzudenken. Sie verbinden Menschen miteinander. Deshalb bietet das Mäönnerbüro auch Beratungen mit Hilfe neuer Kommunikationstechnologien an. Wenn die geografische Distanz, die berufliche bzw. familiäre Belastung zu gross ist oder körperliche Einschränkungen bestehen, bietet sich z.B. auch eine Skype-Beratung an.

 

Weiterführende Informationen: www.maennerbuero-grenchen.ch


14.01.2019 - jp

Von Lob und Ermutigung

„Für Kinder ist es wichtig, viel gelobt zu werden!“ So hören und lesen wir es immer wieder. Stimmt das denn so auch wirklich? Es ist gar nicht einfach sich zurechtzufinden, wenn es um all die verschiedenen Ratschläge, Expertenberichte und Meinungen betreffend Lob geht. Der Mensch hat von Natur aus das Bedürfnis nach Lob und anerkennenden Worten; oft wahrer Balsam für die Seele. Darin sind sich alle einig. Wo die einen jedoch finden, man könne nie genug loben, warnen die anderen vor zu viel Lob und raten zu gezielten Lobesworten im richtigen Moment mit entsprechend passender Formulierung. Die Frage, ob „Lob gleich Lob ist“ oder ob Ermutigung nicht viel früchtetragender ist, wird immer öfter diskutiert. Es lohnt sich also durchaus, dem feinen Unterschied zwischen Lob und Ermutigung etwas auf die Spur zu gehen.

Sei es in der Familie oder in der Schule: Lob erfolgt oft auf bereits erreichten Erfolg, wogegen Ermutigung mehr auf einen Erfolg hinzielt, der erhofft wird. Erhalten Kinder und Jugendliche Lob für ihre geleistete Arbeit, werden sie motiviert, sich auch in Zukunft Mühe zu geben. Wird jedoch ständig gelobt, - so liest und hört man - besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche nur noch für diese Anerkennung arbeiten und Einsatz zeigen. Es kann eine Art „Abhängigkeit“ entstehen sowie das Gefühl aufkommen, nur „etwas wert zu sein“, wenn man in den Augen „des Lobenden“ eine Aufgabe gut erledigt hat. Erziehungsexperten sehen die Gefahr, dass sich die Kinder und Jugendlichen dann stark an den Massstäben von Eltern und Erziehern orientieren, um anerkannt zu werden und sich auch als Erwachsene eher nach den Meinungen und Wertvorstellungen anderer richten. Sollen jedoch das Selbstbewusstsein und das eigene Denken gefördert werden, scheinen Ermutigungen der bessere Weg zu sein. Ermutigt man einen Menschen, so zeigt man ihm, dass er ein Ziel mit seinen eigenen Fähigkeiten erreichen kann, wenn er die Herausforderung annimmt, weiss, wo er Unterstützung findet, diese auch annimmt und sich natürlich entsprechend einsetzt. Ermutigungen helfen Kindern und Jugendlichen über ihre Grenzen hinaus zu wachsen und Dinge zu erreichen, die sie nie für möglich gehalten hätten. Kinder oder Jugendliche fühlen sich durch Ermutigungen weniger beurteilt und frei, den eigenen Weg zu gehen und sich auch selber zu beurteilen. So dürfen sie auch Fehler machen. Lob ist vielfach wertender: „Ihr wart sehr ruhig diese Lektion, bravo!“ oder „Dadurch, dass wir alle so ruhig gearbeitet haben, sind wir ganz toll weitergekommen und jeder konnte ungestört arbeiten, sich Fragen notieren und konzentriert bleiben. Seht ihr, wie gut wir das schon können. Machen wir weiter so!“ Während die Lehrperson im ersten Satz die Klasse lobt, was natürlich auch oft angebracht ist und nichts Falsches an sich hat, ermutigt sie sie im zweiten Beispiel, weiter so gut an einem gesteckten Ziel zu arbeiten. Das Lob tönt wie eine gute Note, die Ermutigung wirkt wie „dynamisches Lob“ und ist sehr aufbauend. Natürlich sind ehrliche Begeisterung und spontanes Lob im richtigen Mass und richtigen Moment immer sinnvoll und gehören in Familie, Schulstube und ins Leben. Lob und Ermutigung können sich bestimmt wertvoll ergänzen. Wie so oft ist wohl der gute Weg der Mittelweg und dieses Thema liesse sich auch unendlich ausbauen. So sollen diese Zeilen weder werten noch urteilen. Sie können einfach ein Anstoss sein, über Lob und Ermutigung nachzudenken; dies als Empfangende oder Gebende. Wenn wir als Eltern und Erzieher stets darauf vertrauen, dass wir intuitiv spüren, wann die Kinder und Jugendliche Lob brauchen und wann eher Ermutigung sinnvoll scheint, begleiten wir sie mit Herz und sind stets auf dem richtigen Weg. In dem Sinne sind Meinungen, Studien und Ratschläge immer interessant; wir dürfen sie annehmen oder auch nicht!


13.01.2019 - ad

Sozialhilfe wird weiter zur Sozialfalle

Der sogenannte Grundbedarf ist heute bereits mehr als knapp bemessen und nicht vertretbar. Mit noch weniger Geld ist kein menschenwürdiges Leben mehr möglich. Ein entsprechender Vorstoss der SVP lässt Köpfe schütteln. Wie ausgerechnet Grossverdiener sich teilweise absolut lächerlich und verletzend zu der Problematik äussern ist untragbar und für Betroffene verletzend.

Das erklärte Ziel der Sozialhilfe ist, individuelle Notlagen zu verhüten oder zu beheben, die Eigenverantwortung, die wirtschaftliche und zu fördern und die persönliche Selbständigkeit des Hilfesuchenden zu stärken. Nach Artikel 12 der Bundesverfassung gilt das Recht auf Hilfe in Notlagen als Grundrecht: Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Davon sind wir in der Schweiz leider schon sehr weit entfernt, da es immer im Ermessen der jeweiligen Bearbeiterinnen udn Bearbeiter ist, wer Hilfe erfahren soll und wer nicht. Von Willkür ist an machen Stellen zu lesen und hören. Kann man sich mit 5 Franken pro Tag in der Schweiz ausreichend und gesund ernähren? Ja, meinen offenbar jene Politiker, die die geltenden Ansätze der Sozialhilfe für viel zu grosszügig halten. Das ist sicherlich an ein zwei Tagen im Monat auch möglich, aber nicht grundsätzlich. Wer so leben muss, macht dies nur, weil es nicht anders geht. Weil er keine Hilfe erfährt, die laut Bundesgsetz garantiert ist. Würde, wie von diesen Leuten gefordert, der Betrag für den Grundbedarf um 30 Prozent gekürzt, bliebe einer vierköpfigen Familie pro Person gerade mal so viel für Nahrungsmittel und Getränke, wie ein Sandwich kostet. Gibt die Familie mehr aus fürs Essen, fehlt das Geld für Kleider, Hygiene oder fürs Busbillett. Wie also, kommen diese Leute auf solche abstruse Ideen. Es wäre sozial, wenn diese Leute auf 30% ihres Gehaltes verzichten und diese der Sozialhilfe zukommen lassen würden. Zudem müssten und könnten Einsparungen auf Seiten der Löhne und weiteren Verwaltungskosten, Mieten und sinnlosen Projektengemacht auf den Sozialämtern (Soziale Dienste) gemacht werden. Hier sind durchaus 30% vertretbar. So kämen für die Sozialhilfe jährlich schweizweit rund zusätzliche 50 Millionen zusammen, ohne dass weiterhin zusätzlich Menschen in die soziale Abhängigkeit gedrängt würden.

Die Sozialhilfe gerät politisch stärker unter Druck, weil immer mehr Menschen dauerhaft von ihr leben müssen. Paradoxerweise, werden viele Menschen von der Sozialhilfe erst abhängig, durch die Willkür auf diesen Ämtern. Neben alleinerziehenden Vätern und Müttern, Scheidungsbetroffenen, Migranten mit geringer Qualifikation sind auch immer häufiger ältere Langzeitarbeitslose und Kinder, sowie Jugendliche auf Sozialhilfe angewiesen. Zudem gibt es immer weniger günstige Wohnungen, und die Krankenkasse wird immer teurer. Das Leben wird generell immer teurer. Deshalb steigen die Sozialhilfekosten! Und nicht, weil wir infiltriert sind von Sozialkschmarotzern, wie uns dies Parteien wie die SVP immer weiss machen wollen.

Die Sozialhilfe ist bereits heute knapp bemessen. Eine Einzelperson muss mit knapp 1000 Franken im Monat Nahrung, Kleidung, Telefon, Internet, Strom, Billet für ÖV, oder Benzin udn Unterhalt eines Autos und sonstigen Haushaltbedarf decken. Wer da auf die Idee kommt, auch mit 600 Franken sei ein menschenwürdiges Leben möglich, kauft selbst nie ein oder ist ein Zyniker oder schlicht ein Tyrann. Weitere Sanktionen treffen auf jeden Sozialhilfeempfänger (Auto muss verkauft, eine billigere Wohnung gesucht werden usw.).

Auch müssen für ein niedriges Arbeitseinkommen Steuern bezahlt werden, während die Sozialhilfe steuerbefreit ist. Hier liegt das Problem aber nicht bei der Sozialhilfe, sondern bei den Steuertarifen der Kantone, die selbst auf dem Existenzminimum noch Steuern erheben und teilweise Industrie und Ämter steuerfrei arbeiten lassen.

Ein pauschaler Kahlschlag in der Sozialhilfe ist der reichen Schweiz total unwürdig und darf unter keinen Umständen umgesetzt werden. Wird die Sozialhilfe weiter zur Nothilfe degradiert, werden Menschen definitiv aus der Gesellschaft gedrängt statt integriert, ein Schicksal, das bereits heute Tausenden ereilt. Besonders spüren werden dies die Kinder, deren Eltern von Sozialhilfe "leben", wenn man da noch von "leben" sprechen darf und kann.

Es ist höchste Zeit, dass wir umgehend dort Einsparungen machen, wo man diese sinnvoll und ohne Gefährdungen von Menschenleben machen kann und endlich den Ärmsten unserer Gesellschaft helfen, die letztlich zu 90% aus Verschulden unseres Systems dahingekommen sind.


13.01.2019

Sozialberatung der Caritas in Grenchen - was leider nicht allen bekannt ist.

Menschen in schwierigen Lebenssituationen können von der Sozialberatung der Caritas in Grenchen profitieren. Die beiden Römisch-Katholischen Kirchgemeinden Grenchen und Bettlach tragen das Angebot finanziell und haben Caritas Solothurn mit der Führung der Anlaufstelle im Januar 2016 beauftragt.

 

Anlass für die damalige Schaffung des Angebots war die hohe Nachfrage von Menschen aus der Region Grenchen bei der Sozialberatung der Caritas in Solothurn. Dies hat die örtlichen katholischen Kirchgemeinden bewogen, die  Anlaufstelle im 2016 zu schaffen. Sozialarbeiter haben ein offenes Ohr und beraten zu Fragen rund um Geld, Familie, Gesundheit, Arbeit oder Beruf. Zusammen mit den Ratsuchenden werden Massnahmen erarbeitet, um die Lebenssituation zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise das Klären von Sozialversicherungsansprüchen oder von rechtlichen Fragen. Oft geht es darum, bei Schwierigkeiten zu vermitteln oder die Ratsuchenden einer spezialisierten Fachstelle zuzuweisen. Die Beratungen sind kostenlos. Daten und Informationen werden vertraulich behandelt. Die Anlaufstelle ist niederschwellig und ist jeweils nach Absprache und jeden Freitagnachmittag  geöffnet. Termine sind auf Anfrage hin erhältlich. Beratungen stehen allen in der Region Grenchen wohnhaften Personen zur Verfügung, unabhängig von Konfession oder Nationalität. Die Beratungsstelle übernimmt keine Leistungen, die der Staat oder die Sozialversicherungen wahrnehmen müssten, kann diese aber gezielt ergänzen. Caritas Solothurn, Kirchstrasse 11, Grenchen / E-Mail: sozialberatung@caritas-solothurn.ch


09.01.2019

Budget- und Schuldenberatung weiterentwickeln

Die Budget- und Schuldenberatung soll im ganzen Kanton Solothurn sichergestellt sein. Dazu müssen die gesetzlichen Grundlagen weiterentwickelt werden. Die Sozial- und

Gesundheitskommission unterstützt einen entsprechenden Vorstoss aus dem Kantonsrat.

 

Immer mehr Personen geraten in die Überschuldung. Budget- und Schuldenberatung, welche rechtzeitig einsetzen, ersparen der öffentlichen Hand viel Folgeaufwand und beträchtliche finanzielle Verluste. Konkret kann eine Budgetberatung sehr oft dazu beitragen, dass zum Beispiel das Geld für Steuern und Krankenversicherung rechtzeitig eingeplant werden. Eine Chance läge beispielsweise darin, dass die Behörden intervenieren und eine Beratung nahelegen können, sobald jemand die Begleichung der Steuern hinausschiebt oder die Prämien nicht bezahlt.

 

Optimierung der bestehenden Ressourcen Einzelne Gemeinden haben bereits Budget- und Schuldenberatungen aufgebaut, bzw. Leistungsvereinbarungen mit geeigneten Trägerschaften abgeschlossen. Die bestehenden Strukturen und Angebote haben sich bewährt und sind politisch akzeptiert. Es sollen nicht einfach neue Strukturen aufgebaut werden. In erster Linie geht es um eine strukturelle Konsolidierung, eine kantonsweite Bereinigung der Prozesse und eine Optimierung der bestehenden Ressourcen. Dieses Vorgehen verspricht ein kantonsweit gleichwertiges und wirtschaftliches Angebot.

 

Da die Verantwortung für die Budget- und Schuldenberatung bei den Einwohnergemeinden liegt, soll der Verband Solothurner Einwohnergemeinden bei der Ausarbeitung der entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen miteinbezogen werden.
(Medienmitteilung Kanton Solothurn)


09.01.2019

Kunstausstellung der Stiftung rodania Grenchen

Ab dem 25. Januar stellt die Stiftung rodania in grenchen zusammen mit der Tagesstätte pro infirmis Gerlafingen im NäijerHuus in Heriswil Bilder aus. Die Künstlerinnen und Künstler haben in den letzten Wochen eifrig an ihren Kunstwerken gearbeitet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

 

Ausstellung: 25. Januar bis 10. Februar 2019

Vernissage: Freitag, 25. Januar 2019

Öffnungszeiten: Mi/SA/So von 14 - 17 Uhr, Fr von 18 - 20 Uhr

Freitag, 2. Februar geschlossen.


08.01.2019

Caritas ist alarmiert über neue Studie zum Grundbedarf in der Sozialhilfe

Sozialhilfe deckt Existenzminimum nicht mehr

 

In mehreren Kantonen fordern politische Vorstösse die Kürzung der Sozialhilfe. Eine heute publizierte Studie zeigt nun auf, dass bereits der aktuelle Grundbedarf zu tief ist, um die Existenz zu sichern. Die Caritas schlägt Alarm: Die Kantone müssen von weiteren willkürlichen Sparrunden auf Kosten der Armutsbetroffenen absehen. Die Caritas fordert die Sozialdirektorenkonferenz (SODK) dazu auf, die Sozialhilfe zu erhöhen und vermehrt in die Begleitung und Bildung von Sozialhilfebeziehenden zu investieren.

 

Mit der Sozialhilfe wird Politik gemacht. Die Situation hat sich in jüngster Zeit weiter zugespitzt. Im Kanton Bern haben Parlament und Regierungsrat einer Sozialhilfegesetzrevision zugestimmt, die es erlaubt, sogar den Grundbedarf generell um acht Prozent zu kürzen.

 

Die heute von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) publizierte Studie hat nun den aktuellen Grundbedarf, der in den SKOS-Richtlinien verankert ist, an der Realität überprüft. Sie ermittelt, wieviel ein Einpersonenhaushalt der ärmsten Bevölkerung in der Schweiz für den Warenkorb des SKOS-Grundbedarfs – unter anderem für Essen, Hygiene, Kleidung, Bildung und Mobilität – ausgibt. Die Ergebnisse sind alarmierend. Der Durchschnittsbetrag, den ein Einpersonenhaushalt ohne Miete und Krankenkassenkosten ausgibt, liegt bei 1082 Franken. Diese Ausgaben übersteigen den aktuell von der SKOS festgelegten Grundbetrag von 986 Franken beträchtlich. Das heisst: Bereits der aktuell gültige Grundbedarf in der Sozialhilfe reicht nicht, um auf längere Zeit die alltäglichen Bedürfnisse zu decken. Die Studie macht denn auch klar, dass beim SKOS-Grundbedarf keinerlei Einsparungspotenzial besteht, sondern dass im Gegenteil Kürzungen des Grundbedarfs zu sehr einschneidenden Einschränkungen führen können.

 

Die Caritas fordert die Kantone und Gemeinden auf, Verantwortung zu übernehmen und das in der Schweizer Bundesverfassung garantierte Recht auf Hilfe, Betreuung und die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind, zu gewährleisten. Weitere Senkungen des Grundbedarfs sind verfassungswidrig. Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren SODK muss im Gegenteil beschliessen, den Grundbedarf gemäss den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erhöhen. Statt Menschen den alltäglichen Bedarf zu kürzen, gilt es in Bildung und Begleitung zu investieren. Nur so können Sozialhilfebeziehende benötigte Kompetenzen erwerben und erhalten neue Lebensperspektiven.

 

 

Weitere Auskünfte erteilt Bettina Fredrich, Leiterin Fachstelle Sozialpolitik, Caritas Schweiz, E-Mail bfredrich@caritas.ch, Tel. 041 419 23 37


08.01.2019

Midnight Grenchen

„Midnight Grenchen“ wurde im Januar 2013von der ISG Lindenhaus übernommen.

Jugendprojekt MidnightSports

 

Ausgangslage

Das Freizeitverhalten der Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Jugendliche gehen öfter in den Ausgang als früher und sind bis spät in die Nacht hinein unterwegs. Zur Auswahl stehen herkömmliche Ausgangsangebote wie Restaurants, Bars, Discos oder Partys. Wer auf Grund des Alters oder fehlender finanzieller Möglichkeiten keinen Einlass bekommt, trifft sich auf öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Schulanlagen. Konflikte mit anderen Nutzern dieser Bereiche sind fast schon logisch. Es müssen daher Räume und Strukturen geschaffen werden die konfliktfreie Begegnungen ermöglichen.

 

Das Projekt

MidnightSports Veranstaltungen finden wöchentlich am Samstagabend zwischen 21 Uhr und Mitternacht statt und werden von einem Team aus Jugendlichen (Juniorcoachs) und Erwachsenen (Projektleitung, Seniorcoachs, Freiwillige) gemeinsam organisiert, durchgeführt und betreut. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Regelmässigkeit des Angebots. Teilnehmen dürfen alle Jugendlichen der definierten Altersgruppe, meist ab 13 oder 14 Jahren.

 

Spiele wie Streetsocker, Basketball oder Volleyball werden in wechselnder Mannschaftszusammensetzung und ohne Schiedsrichter ausgetragen. Auch ein Tanzbereich steht zur Verfügung. Zusammen mit Tischfussball, Tischtennis und dem Verpflegungsstand bieten sich MidnightSports Veranstaltungen auch für Zuschauerinnen und Zuschauer als attraktiver sozialer Treffpunkt an.

 

Mitarbeit der Jugendlichen

MidnightSports Projekte werden von den beteiligten Jugendlichen mitgestaltet und mitgeleitet. Die Eigenverantwortung für das Projekt steht an oberster Stelle. Die Erfahrungen mit den mitarbeitenden Jugendlichen sind ausgesprochen positiv. Der gewaltfreie und respektvolle Umgang miteinander wird gelebt, entgegen dem Bild der Jugend, das die Medien aktuell vermitteln.

 

Nächster Anlass:

12. Jan. 2019

20:30 - 23:30 Uhr

Ort: Doppelturnhalle Zentrum

 

Sport, Tanz, Kiosk für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Eintritt frei. Angeboten werden Basketball, Fussball, Unihockey, Badminton, Trampolin und Volleyball. Auch Tanz und Hip Hop werden geübt. Nebst dem Sport gibt es auch Musik, einen Töggelikasten, einen Tischtennistisch und einen Kiosk.


05.01.2019

Arbeitsmarktintegration - Netzwerk Grenchen

Im Netzwerk Grenchen wird täglich Arbeitsmarktintegration und Qualität gelebt. Netzwerk aktiviert Qualitäten.

Die Ursprünge des Netzwerk Grenchen sind stark mit der regionalen Uhrenkrise 1982 verbunden. Damals waren es die "Werkstätten der Stadt Grenchen", die den Betroffenen aus dem lokalen Gewerbe Unterstützung boten. Bis 1998 taten sie das als Teil der Grenchner Stadtverwaltung, im Jahr 1998 wurde der unabhängige Verein "Beschäftigungs- und Weiterbildungsstätte für Arbeitslose" (BWS) gegründet. Im Jahr 2001 liess der Wunsch nach zeitgemässen Strukturen und Prozessen den Verein BWS mit den zwei ortsansässigen Institutionen "Grenchner Sozialbetriebe" (SIB) und "Atelier Mühle" fusionieren.

 

Der daraus entstandene juristisch und politisch unabhängige Verein Netzwerk Grenchen (NWG) hat seine Räumlichkeiten in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten des EBOSA-Areals bezogen. Er finanziert sich einerseits über die Arbeitslosenversicherung, die Invalidenversicherung, die Sozialhilfe, den Kantonen Solothurn und Bern und andererseits, unter Berücksichtigung des marktwirtschaftlichen Freiraums, über Eigenprodukte und Dienstleistungen.

Der Vorstand des Netzwerk Grenchen umfasst fünf Personen, hauptsächlich aus den Trägergemeinden Grenchen, Bettlach und Selzach sowie einem Vertreter von Arbeitgeberseite. Die operative Führung obliegt einem gewählten Geschäftsführer, der von rund 55 Mitarbeitenden unterstützt wird.

Als überregionale Vernetzungsstelle ist das Netzwerk Grenchen der Ansprechpartner für nachhaltige Arbeitsmarktintegration. Die bewährten Integrationsangebote sind auf den Arbeitsmarkt sowie die finanzierenden und bestellenden Instanzen ausgerichtet. Dank einer schlanken, anpassungsfähigen Infrastruktur können die Angebote auf die zukünftigen Bedürfnisse abgestimmt werden. Die Programmteilnehmenden - unsere temporären Mitarbeitenden - werden arbeitsmarktnah gefordert und gefördert. Die qualifizierenden Tätigkeiten werden in Bereichen angeboten, die auch der Gesellschaft einen Nutzen erbringen.

Das Netzwerk Grenchen arbeitet offen mit Partnern aus Staat, Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur zusammen und steht für Qualität gegenüber allen Anspruchsgruppen.


02.01.2019

Grenchner Schild - Neue Hilfsorganisation in Grenchen

Die Organisation "Grenchner Schild"

leistet im Grundsatz direkte und echte Hilfe, zur Selbsthilfe. Für die Hilfestellung werden keine Steuergelder eingesetzt, sondern einzig mit Unterstützung von Spenderinnen und Spendern wird geholfen. Damit die Organisation nachhaltige Hilfe leisten kann, ist sie angewiesen auf Spenden. Bzw. die Höhe der Mittel, definiert die Grösse der Hilfe, die nichts mit dem Schild-Laden zu tun hat (Begleitung juristisch, psychologisch, medizinisch...).

Einen Vergleich mit "Tischlein deck dich" zu bemühen ist falsch, da der Grenchner Schild nebst begleitender echter Hilfe im Schild-Laden vor allem auch Textilien, Spielsachen, elektr. Geräte uvm. verkauft, was ebenfalls alles aus dem Grenchner Gewerbe stammt. Dies hilft dem Grenchner Gewerbe, der Stadt und den Bedürftigen. Zudem kommt eine Zusammenarbeit mit "Tischlein deck dich" nicht in Frage, da diese Organisation nicht mit Grenchner Fachgeschäften zusammenarbeitet (aus einerseits nachvollziehbaren, logistischen Gründen), sondern nur den Grossisten, die es dem Grenchner Gewerbe bereits auch sonst sehr schwer machen. So gesehen stellt "Tischlein deck dich" für das Grenchner Gewerbe eine Konkurrenz dar. Das Konzept Grenchner Schild ist durchdacht und prüft jede Aktion genaustens auf alle sozialen Aspekte, was andere Organisationen mit teuren Verwaltungen nicht tun.

Die Schild-Karten werden verteilt, gemessen am Nettobetrag, der einer Familie, Person real zur Verfügung steht. Man begegnet den Bedürftigen auf Augenhöhe und nicht aus realitätsfremder Distanz, wie dies bei den Sozialen Diensten der Fall ist. Beim Grenchner Schild arbeiten Bedürftige ehrenamtlich für andere Bedürftige und klassifizieren keine Menschen, sondern leisten echte Hilfe. Das Angebot richtet sich u.a. vor allem auch an die vielen unschuldig in Armut geratenen Menschen (Trennungen, Scheidungen, Unfälle, andere Schicksalsschläge), denen entweder die Hilfe der Sozialen Dienste verwehrt bleibt, oder Schamgefühl und andere Gründe, den Gang zu diesen Ämtern verunmöglichen.


Schild-Laden

Das Projekt startete am 3.12.2018 im Maxi-Laden in Grenchen. Im Laden wird bedingungslos und engagiert Hilfe geleistet, ohne Misstrauen oder Verdächtigungen, sondern mit Vertrauen und frei von Verdacht.

Weitere Informationen: www.grenchner-schild.ch